Mittwoch, 24. Juni 2015

Arbeitskräfte von "außerhalb": Gekommen, um zu bleiben

Der Südtiroler Arbeitsmarkt ist trotz Krise attraktiv. Besonders für die italienischen Nachbarn. Vor allem in Sexten und Corvara machen die Einpendler einen erheblichen Teil der Arbeitnehmer aus. Und: Viele verlegen den Wohnsitz definitiv nach Südtirol.

Für einen Job im Gastgewerbe kommen viele Italiener nach Südtirol.
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Für einen Job im Gastgewerbe kommen viele Italiener nach Südtirol. - Foto: © shutterstock

"Selbst in Zeiten der starken Krise war ein positiver Saldo zu verzeichnen: Dies bedeutet, dass wesentlich mehr Personen aus Arbeitsgründen nach Südtirol kamen, als abwanderten", so Arbeitslandesrätin Martha Stocker zu den Daten der neuesten Ausgabe der "Arbeitsmarkt news" der Beobachtungsstelle für den Arbeitsmarkt.  

Zwischen 2009 und 2014 wurden 35.000 Beschäftigten verzeichnet, die in Südtirol arbeiten, aber in anderen italienischen Provinzen ansässig sind. "Die Anstellungen von Personen aus dem übrigen Italien sind in diesem Zeitraum um 25 Prozent gewachsen", erklärt der Direktor der Landesabteilung Arbeit Helmuth Sinn.

Am meisten Arbeitskräfte aus Italien in Sexten

Die durchschnittliche, über das gesamte Jahr gerechnete, provinzübergreifende Beschäftigung betraf im Vorjahr 13.500 Personen, davon 10.200 Einpendler und 3.300 Auspendler.

 Nicht für jede Südtiroler Gemeinde seien dabei die Einpendler gleich wichtig. Die Gemeinden, die am häufigsten Arbeitnehmer aus den drei benachbarten Provinzen beschäftigten, sind Bozen (1.167 Beschäftigte), Sexten (243) und Corvara (157).

Die letzten beiden Zahlen sind im Vergleich zu den Einwohnerzahlen der Gemeinden sehr hoch: Die Einpendler entsprechen 12,7 Prozent der Bevölkerung von Sexten und 39 Prozent der dort ansässigen Arbeitnehmer.

In Corvara sind es 11,6 Prozent der Bevölkerung und 42 Prozent der in der Gemeinde ansässigen Arbeitnehmer.

Wohnsitzverlegung nach Südtirol: 500 bis 600 Zuzüge pro Jahr

Aufgrund der Daten der vergangenen Jahre lässt sich schätzen, dass jedes Jahr rund 500 bis 600 Arbeitnehmer ihren Wohnsitz nach Südtirol verlegen, weil sie hier eine Beschäftigung gefunden haben. Das sind zwischen 20 und 35 Prozent der von den Südtiroler Meldeämtern verzeichneten Neuzugänge aus anderen italienischen Regionen in der Altersklasse von 20 bis 59 Jahren.

Sieben von zehn Einpendlern kamen aus einer der folgenden fünf Regionen: Venetien (23 Prozent), Trentino (20 Prozent), Lombardei (12 Prozent), Apulien (9 Prozent) und Emilia-Romagna (6 Prozent).

Die Wirtschaftssektoren, welche die meisten Arbeitskräfte aus anderen Provinzen beschäftigen, sind das Gastgewerbe, die sogenannten "Anderen Dienstleistungen", das Baugewerbe und der Handel.

stol

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