Und: „Südtirol braucht die digitale Autonomie“, so Luther. Nur so könne man verhindern, dass Rom im Arbeitsmarkt-Bereich immer mehr autonome Befugnisse aushöhle.Der im Jobs Act der italienischen Regierung neu geschaffene unbefristete Vertrag „a tutele crescenti“ funktioniere nicht, sagt Luther - weder in Südtirol noch in Italien. „Es wurde kein einziger neuer Arbeitsplatz geschaffen.“ Von daher wäre eine neue Reform durchaus interessant. „Die Frage ist aber, wie eine solche neue Reform aussehen würde. Würde sie noch mehr Konfusion machen als bisher?“ Das sei das Problem, so Luther: „Wir werden ständig getrieben von neuen Reformen. Man sollte jeder Reform Zeit geben um zu wirken, vielleicht stellen sich die Ergebnisse nach 5 Jahren ein. Reformen im 2-Jahres-Rhythmus bringen nichts anderes als Rechtsunsicherheit.“Arbeitsvermittlung eine KatastropheDer Jobs Act stelle für Südtirol aber auch einige Befugnisse in Frage, etwa die Arbeitsvermittlung: „Die Arbeitsvermittlung, wie sie im Jobs Act festgeschrieben ist, ist eine Katastrophe“, sagt Luther. „Wir sind da auf dem völlig falschen Weg.“ Mit dem System „Anpal“ (Agenzia Nazionale Politiche Attive Lavoro) habe Südtirol in diesem Bereich die Autonomie verloren: Den Arbeitslosenstatus, die Anerkennung oder die Arbeitslosen-Unterbrechung macht Rom und nicht mehr Südtirol wie bisher.„Über die Schiene der Vereinheitlichung der Informationssysteme und der sogenannten Mindeststandards werden die Befugnisse von Südtirol ausgehöhlt“, so Luther. Hier werde nicht mehr regionalen Unterschieden Rechnung getragen. „Arbeitslose in Sizilien sollen ,gleich‘ behandelt werden wie in Südtirol, obwohl der Kontext ein völlig anderer ist.“D/stol