Mittwoch, 06. Mai 2020

ASGB fordert unbürokratischen Kinderzuschlag für Eltern

Der Autonome Südtiroler Gewerschaftsbund ASGB fordert in Zeiten von Heimunterricht einen unbürokratischen Kinderzuschlag für Eltern, die aufgrund der Coronakrise einen Gehaltsverlust erlitten haben.

Der ASGB-Vorsitzende Tony Tschenett fordert einen Kinderzuschlag für Eltern, die aufgrund der Corona-Krise einen Gehaltsverlust erlitten haben.
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Der ASGB-Vorsitzende Tony Tschenett fordert einen Kinderzuschlag für Eltern, die aufgrund der Corona-Krise einen Gehaltsverlust erlitten haben. - Foto: © APA (dpa) / Karl-Josef Hildenbrand
„Arbeitslosigkeit und Lohnausgleich können Familien in arge finanzielle Bedrängnis bringen. Da derzeit viele Familien auch technologische Mehrspesen aufgrund des Heimunterrichts stemmen müssen, sollte für jene Familien, die aufgrund der Covid-19-Krise Gehaltsverluste erlitten haben, ein unbürokratischer Kinderzuschlag ausbezahlt werden“, betont Tony Tschenett, der Vorsitzende des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB).


Tschenett stellt sich das Prozedere folgendermaßen vor: Die Ansuchenden sollten mit dem Nachweis ihrer Arbeitslosigkeit oder des Lohnausgleichs und 2 Lohnzetteln – einer vor der Coronakrise und ein aktueller – beim zuständigen Amt (ASWE) unbürokratisch und schnell einen angemessenen Kinderzuschlag erhalten.

„Familien wurden komplett vernachlässigt“

„Ich will mich auf Zahlen nicht festlegen, die sollten gemeinsam mit den politischen Verantwortungsträgern verhandelt werden, der Zuschlag sollte aber spürbar sein und die Familien entlasten. Der Zuschlag sollte ohne weitere Ansuchen solange ausbezahlt werden, bis die Notstandssituation offiziell vorüber ist, oder der Ansuchende Meldung erstattet, wieder voll im Betrieb zu arbeiten, bzw. ein neues Arbeitsverhältnis eingegangen zu sein“, so der ASGB-Vorsitzende.

In der aktuellen Diskussion um Unterstützungsmaßnahmen würden, so Tschenett, oft die Bedürfnisse und Kosten der Kinder nicht berücksichtigt. Viele Familien hätten aufgrund des Heimunterrichts der Kinder beträchtliche Summen für die Aufrüstung von IT-Geräten aufbringen müssen. Dies verbunden mit Lohneinbußen, könne schnell in finanziellen Notsituationen enden. Und genau dies gelte es zu verhindern.

„Die italienische Regierung hat mit ihren Unterstützungsmaßnahmen zur Corona-Krise die Familien als wichtigste Säule der Gesellschaft komplett vernachlässigt. Im Gegensatz zu Deutschland und Österreich, die bereits Kinderzuschläge für Betroffene eingeführt haben. Dies auszugleichen, muss nun Aufgabe der Autonomen Provinz Bozen sein“, schließt Tschenett.

stol

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