Dienstag, 17. März 2020

ASGB lobt Maßnahmenpaket der Regierung Conte

Tony Tschenett, Vorsitzender des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), zeigt sich erfreut über das Maßnahmenpaket der italienischen Regierung, den Widrigkeiten, die das Virus Covid-19 mit sich bringt, zu begegnen.

ASGB-Chef Tony Tschenett lobt die Maßnahmen der Regierung in Rom.
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ASGB-Chef Tony Tschenett lobt die Maßnahmen der Regierung in Rom. - Foto: © DLife
„Die 25 Milliarden Euro, die Italien für die Bekämpfung der Auswirkungen des Coronavirus sofort zur Verfügung stellt, sind einerseits zwar ein gewaltiger Einschnitt in den Staatshaushalt, andererseits aber notwendig. Vor allem angesichts der Tatsache, dass es das Ziel des Dekretes ist, die Einbußen für Arbeitnehmer, Unternehmen und Familien möglichst gering zu halten“, so Tschenett.

Der ASGB-Chef zeigt sich erfreut über die Tatsache, dass für Familien notwendige Punkte, wie eine zu 50-Prozent entlohnte Sonderelternzeit bis zu 15 Tagen oder ein Babysitter-Voucher bis 600 Euro eingeführt wurden. Dennoch hätte Tschenett sich für die Sonderelternzeit eine 100-prozentige Entlohnung gewünscht: „Wer kann es sich heute leisten, auf die Hälfte des Gehaltes zu verzichten?“

Wesentlich und lobenswert sei auch die Ausweitung der Freistellungen des 104er-Gesetzes auf 12 Tage in den Monaten März-April.
„Genauso wichtig sind aber Unterstützungsmaßnahmen für die Unternehmen, um langfristig die Produktivität zu stabilisieren und Entlassungen zu vermeiden. Die Wiedereinführung der außerordentlichen Lohnausgleichskasse auch für Betriebe mit weniger als fünf Mitarbeitern, inklusive des landwirtschaftlichen Sektors, ist ein ganz wichtiger Punkt“, lobt Tschenett.

Summa summarum komme man, so der Chef des ASGB, nicht umhin, Italien für den aktuellen Umgang mit Covid-19 Anerkennung zu zollen. Dies sei aber nur ein 1. Schritt zur Entlastung der Arbeitnehmer, Unternehmen und Familien. Jetzt, nachdem das Gesetzesdekret Gültigkeit hat, gelte es ergänzend dazu lokale Maßnahmen zu schmieden. Dafür sollten sich die Sozialpartner rasch treffen.

Tschenett hofft, dass die Maßnahmen des Dekrets „Cura Italia“ auch schnell und unbürokratisch umgesetzt werden können. Ein Behördenspießrutenlauf würde alle Bemühungen wieder konterkarieren.

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pm/stol