Mittwoch, 21. Oktober 2020

ASGB: Reisebusse und Mietwagen für den öffentlichen Nahverkehr aktivieren

Der Vorsitzende des Autonomen Südtiroler Gewerkschaftsbundes (ASGB), Tony Tschenett, fordert anlässlich des epidemiologischen Notstandes Covid-19 und zwecks der Vermeidung von Massenansammlungen in öffentlichen Verkehrsmitteln, stillstehende Busse von Reise- und Mietwagenunternehmen für den öffentlichen Nahverkehr zu aktivieren. Der lvh begrüßt diesen Vorschlag.

Das Konsortium der Südtiroler Mietwagenunternehmer (KSM) und die Berufsgemeinschaft der Mietwagenunternehmer im lvh begrüßen den Vorschlag des ASGB.
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Das Konsortium der Südtiroler Mietwagenunternehmer (KSM) und die Berufsgemeinschaft der Mietwagenunternehmer im lvh begrüßen den Vorschlag des ASGB. - Foto: © Hannes Niederkofler
Damit würde man, so Tschenett, 2 Fliegen mit einer Klappe schlagen: Einerseits könnten die Reisedienstleister, Mietwagenunternehmer und deren Angestellte weiterarbeiten und Einkommen generieren, andererseits würde man dafür sorgen, dass sich das Personenaufkommen vor allem im Morgen- und Feierabendverkehr besser verteilt und die Infektionsgefahr mit Covid-19 eingedämmt würde. Natürlich müsse man dafür sorgen, dass die notwendigen Sicherheitsbestimmungen gewährleistet werden können.

„Aktuell beklagen die Südtiroler Reisebusunternehmen Umsatzverluste zwischen 80 bis 85 Prozent. Ähnlich sieht es bei den Mietwagenunternehmen aus. Langfristig muss eine Lösung her, um Betriebsschließungen und Kündigungen zu vermeiden. Warum also nicht für die offensichtliche Lösung optieren, also perfekt funktionierende aktuell stehende Fahrzeuge für den öffentlichen Nahverkehr einsetzen?!

Die Expertenmeinung in dieser Hinsicht ist eindeutig: Je weniger Passieraufkommen in den Verkehrsmitteln, desto weniger Ansteckungen mit Covid-19. Die Landesregierung soll in Abstimmung mit den Reisebus- und Mietwagenunternehmen evaluieren, ob eine kurzfristige Umsetzung dieser Maßnahme möglich wäre“, so der ASGB-Chef.

Mietwagenunternehmer: „Die Kapazitäten wären vorhanden“

Das Konsortium der Südtiroler Mietwagenunternehmer (KSM) und die Berufsgemeinschaft der Mietwagenunternehmer im lvh begrüßen den Vorschlag des ASGB.

Die Infektion mehrerer SAD-Mitarbeiter beunruhigt Südtirols Pendler. Besonders jene Personen, die täglich auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sind, reagieren mit Unsicherheit auf die heute bekanntgemachte Mitteilung. Kurz darauf folgte der Vorschlag von ASGB-Chef Tony Tschenett, die Kapazitäten von Südtirols Mietwagen- und Reisebusunternehmen zu nutzen. „Ich stimme Tschenett vollkommen zu. Von dieser Lösung könnten beide Seiten profitieren: Das Land, weil zusätzliche und damit sichere Transportdienste geschaffen werden und die Personentransportbranche, weil sie neue Aufträge erhalten, Einkommen generieren und vor allem wieder Arbeitsplätze sichern kann“, betont KSM-Präsident Martin Plattner. Bereits im Mai hätte es einen virtuellen Runden Tisch gegeben, wo dieser Vorschlag besprochen wurde. „Leider gab es nie keine Rückmeldung. Viele Betriebe haben versucht die Krise zu überstehen, einige haben sie allerdings nicht überlebt.“

In dieselbe Kerbe schlägt auch der Obmann der Mietwagenunternehmer im lvh, Hansjörg Thaler: „Bei uns gehen vermehrt Rückmeldungen ein, dass die öffentlichen Verkehrsmittel sehr voll sind, sodass eine sichere Fahrt nicht mehr gewährleistet werden kann. Durch lokale Ressourcen könnten die Liniendienste aufgestockt und der Personentransport im Land weiter sicher durchgeführt werden. Südtirols Mietwagenunternehmer verfügen über die notwendigen Fahrzeuge und das Personal. Mit entsprechenden Sicherheitsprotokollen und großer Freude würden wir diese Dienste übernehmen.“ Die Berufsgemeinschaft der Mietwagenunternehmer im lvh hatte diesen Vorschlag bereits mehrfach vorgebracht. Der von der Coronakrise besonders hart getroffene Mietwagensektor hätte mit dieser Lösung endlich wieder Arbeitsaufträge und das Land müsste weder auswärtige Dienste hinzuziehen oder zusätzliches Rollmaterial für die Konzessionäre ankaufen.


stol