Dienstag, 28. April 2020

Auch der „Brunello di Montalcino“ bekommt Coronakrise zu spüren

Auch der „König“ der toskanischen Weinsorten, der weltbekannte „Brunello di Montalcino“, leidet unter der Coronavirus-Krise. Das Konsortium, in dem seine Produzenten vereint sind, leidet wegen der rückläufigen Nachfrage seitens der Gastronomie und wegen des Wegbleibens der Touristen, die die Weinkellereien der Toskana besuchen und dort Wein kaufen.

Der Brunello di Montalcino, von dem eine Flasche von 30 Euro bis zu mehreren hundert Euro kosten kann, muss zu 100 Prozent aus der Rebsorte Sangiovese hergestellt werden.
Der Brunello di Montalcino, von dem eine Flasche von 30 Euro bis zu mehreren hundert Euro kosten kann, muss zu 100 Prozent aus der Rebsorte Sangiovese hergestellt werden. - Foto: © shutterstock
Der Regierungsbeschluss, Restaurants erst am 1. Juni wiederzuöffnen, ist eine kalte Dusche für das Konsortium, das Zugang zu Hilfskrediten fordert, um dieser schwierigen Phase Stand zu halten. Das Konsortium bemüht sich, verstärkt Wein online zu verkaufen.

Ab der zweiten Jahreshälfte will sich das Brunello-Konsortium um mehr Auslandsexporte in Richtung Deutschland, USA, Japan und Kanada bemühen. Der Brunello, von dem eine Flasche von 30 Euro bis zu mehreren hundert Euro kosten kann, muss zu 100 Prozent aus der Rebsorte Sangiovese hergestellt werden. Ein Viertel der Jahresproduktion wird in den USA verkauft.

Die gesamte Gastronomie ist von dem seit dem 11. März geltenden Lockdown schwer betroffen. Laut einer Umfrage der Fachzeitschrift „Luxury“ denken 56 Prozent der italienischen Restaurantinhaber an eine Reduzierung des Personals nach der Wiedereröffnung. 36 Prozent wollten ihre Preise senken, 31 Prozent denken an eine Änderung ihrer Menüs. 65,5 Prozent wollen auf Lieferservice setzen, um die fehlenden Einnahmen nach der Schließung der Lokale zu kompensieren.

Die italienische Gastronomie protestiert gegen den Beschluss der Regierung in Rom, den Stopp für die Branche bis 1. Juni zu verlängern. Die Gefahr sei der Kollaps des ganzen Sektors, der seit Beginn der Coronaviruspandemie bereits Verluste in der Größenordnung von 34 Milliarden Euro gemeldet hat.

apa