So günstig war Geld im Euroraum noch nie zuvor zu leihen. Im Kampf gegen die Konjunkturflaute und drohende Deflation hat die EZB den Leitzins von 0,25 auf 0,15 Prozent gesenkt.„Auch dieses Mal wird das billige Geld nicht in der Realwirtschaft ankommen, da die Banken dem Abwärtstrend bereits mit Mindestzinssätzen und der Einführung einer Bereitstellungsgebühr entgegengewirkt haben“, erklärt lvh-Präsident Gert Lanz.„Es handelt sich also nur um eine Scheinmaßnahme von der am Ende die Betriebe und Haushalte nicht profitieren werden“. Zudem sei das vordergründige Problem, der Zugang zu den Krediten, nicht gelöst: „Hier stecken die Banken in einem Dschungel aus Ratings, Reglementierungen und Rechtsunsicherheiten fest und haben sich in den letzten Jahren fast selbst gelähmt“, so Lanz.Laut Lanz werde sich die Senkung des Leitzinses auch auf die Sparzinsen auswirken. „Die Angst der Unternehmer und Arbeiter bezüglich ihrer Ersparnisse ist nicht ganz unbegründet, sofern Spareinlagen durch die Senkung entwertet werden. So trägt die Geldpolitik der EZB auf jeden Fall nicht zur Stärkung der Wirtschaft bei. Vielmehr vergrößert sie noch die Abhängigkeit zwischen den Staaten und den Banken. Den Preis dafür zahlen die Sparer und Unternehmen“, unterstreicht Lanz.stol