<h3> von Max Strozzi (tt.com)</h3>Diese Immobilien-Deals waren umstritten. Knapp einen Monat vor ihrem Konkurs im vergangenen März hatte die Laura Privatstiftung von René Benko vier Innsbrucker Gebäude für netto insgesamt 36,7 Millionen Euro verkauft. Nicht nur der Zeitpunkt unmittelbar vor der Pleite war heikel. Brisanz erhielt der Deal auch deshalb, weil als Vertragsverfasser auf Seite der Käufer auch jene Rechtsanwaltskanzlei involviert war, die kurz nach diesen Immo-Deals zum Masseverwalter der Laura Privatstiftung ernannt wurde.<BR /><BR />Von den 36,7 Millionen Euro, die diese Immobilienverkäufe einbrachten, sollen nach Rückzahlung der Darlehen rund 10,8 Millionen Euro in die Insolvenzmasse der Laura Privatstiftung und damit an die restlichen Gläubiger fließen, geht aus dem Bericht des Masseverwalters Stefan Geiler hervor.<h3> Steuerschonende Lösung</h3>Vorerst ist dieser „Überling“ allerdings noch auf dem Konto der Laura Asset GmbH geparkt, einem Tochterunternehmen der Laura Privatstiftung. Offenbar sucht man noch nach einer möglichst steuerschonenden Lösung, um die Summe auf das Massekonto der Laura Privatstiftung zu bewegen. Derzeit werde „ein steueroptimiertes Konzept erstellt“, um sicherzustellen, „dass die in den Laura-Enkelgesellschaften realisierten Vermögenswerte tunlichst ohne unnotwendigen Abrieb (wenngleich in mehreren Schritten) in die Insolvenzmasse transferiert werden können“.<BR /><BR />Unterdessen laufen auch die Vorbereitungen für den Verkauf der zahlreichen weiteren Immobilien in Innsbruck. Geplant ist in diesem Zusammenhang eine Maklerausschreibung. Zweifelhaft bleibt aber demnach, ob die Gebäude ihren errechneten Marktwert auch einspielen werden. „Die derzeit vorliegenden (indikativen) Angebote […] lassen eine Verwertung zum Verkehrswert als nicht wahrscheinlich, zumindest aber äußerst ambitioniert erwarten“, befürchtet der Masseverwalter.<h3> Schwierigkeiten in Berlin</h3>In der vor dem Konkurs zuletzt gelegten Bilanz für das Jahr 2024 wies die Laura Stiftung noch ein Vermögen in Höhe von rund 250 Millionen Euro aus, bei Schulden von etwa 44 Millionen Euro. Dieses Vermögen wird nun nach und nach versilbert.<BR /><BR />Wie viel aber letztlich für die Gläubiger übrig bleibt, ist freilich offen. Das zeigt auch ein weiteres Beispiel. Denn rund um die Verwertung des deutschen Immobilien-Pakets der Laura Stiftung bereitet offenbar das „Schokoladenhaus“ am Gendarmeriemarkt in Berlin Schwierigkeiten. Benko wollte ursprünglich das einst als Hotel genutzte Gebäude in Büroflächen umbauen. Mit dem Signa-Kollaps und der Pleite der Laura-Stiftung kam auch der Umbau zum Erliegen.<BR /><BR />Nun sollen für knapp 2,5 Millionen Euro wenigstens die restlichen Baumaßnahmen bis zur baurechtlichen Genehmigung vorangetrieben werden, um die Immobilie zumindest in einem Rohzustand auf den Markt bringen zu können. Grob wird bei einem Verkauf zwar mit einem Erlös von etwa 62 Mio. Euro kalkuliert. Für die Insolvenzmasse und damit die restlichen Gläubiger der Laura Privatstiftung bliebe davon allerdings angesichts der Bankschulden der Projektgesellschaft von 58 Mio. Euro wohl vergleichsweise wenig übrig.