Dienstag, 30. Mai 2017

Ausfall bei Raiffeisen: „Kein Hackerangriff“

Schreckmoment für Raika-Kunden am Montag: Eine Stunde lang konnten sie kein Geld beheben, weder am Schalter noch am Automaten. Bald konnte das Problem behoben werden, die Frage nach der Ursache blieb jedoch unbeantwortet - bis jetzt.

Die Ursache für den Blackout des Raiffeisen-Systems ist geklärt.
Badge Local
Die Ursache für den Blackout des Raiffeisen-Systems ist geklärt. - Foto: © D

Am Montag waren ab etwa 10.15 Uhr die Bankanwendungen bei den Raiffeisenkassen ausgefallen. In diesem Zeitraum konnten sowohl in den Geschäftsstellen als auch an Geldautomaten, an POS-Geräten und im Online-Banking keine Bankgeschäfte durchgeführt werden. Nach etwa einer Stunde waren sämtliche Systeme sowohl für die Kunden als auch für die Mitarbeiter wieder verfügbar. 

„Kein Hackerangriff“

Am Montag konnte lange nicht erklärt werden, warum es zu diesem Ausfall gekommen war. In einer Aussendung am Dienstag vom Raiffeisenverband Südtirol wurde dann bestätigt: Es handelte sich hierbei nicht um einen Hackerangriff, sondern lediglich um einen Systemfehler:

„Auslöser war der Absturz des Zentralrechners (Mainframe) bei ICCREA Banca in Rom, zurückzuführen auf einen Fehler in dessen Software (Firmware, Microcode IBM). Die Dauer des Ausfalls war durch das erneute ‚Hochfahren‘ des Systems bedingt. Der Ausfall hatte keinerlei Auswirkungen auf die gespeicherten Daten“, so Klaus Schwarz, Leiter der Stabsstelle Unternehmenskommunikation.

Vom Ausfall betroffen waren nicht nur die dem Raiffeisen-Informationssystem angeschlossenen Raiffeisenkassen, sondern auch alle Genossenschaftsbanken Italiens, die sich der Dienstleistungen der ICCREA Banca bedienen. 

Ausfall wird in den USA analysiert

Für größere Ausfälle bedient sich Raiffeisen eines Ausfallrechenzentrums, das bei Notfällen aktiviert wird. In diesem stehen alle Daten und Anwendungen zeitnah zur Verfügung. Auf diese Möglichkeit musste am Montag nicht zurückgegriffen werden, da unmittelbar nach dem Absturz das primäre System neu gestartet werden konnte.

„IBM, Hersteller des Zentralrechners, hat sofort nach Auftreten des Fehlers seine Entwicklungseinheiten in Frankreich und in den USA aktiviert, um den Ausfall zu analysieren“, schließt Schwarz ab.

stol/liz

stol