Mittwoch, 24. Februar 2021

„Ausfall mit unabsehbaren Folgen“: HGV und HGJ fordern Ausweg aus Krise

Der Hoteliers- und Gastwirteverband sowie dessen Jugend haben in einer gemeinsamen Aussendung einen konkreten Plan für ihren Sektor gefordert.

Der HGV und der HGJ fordern einen Ausweg aus der Krise.
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Der HGV und der HGJ fordern einen Ausweg aus der Krise. - Foto: © Shutterstock
„Die Corona-Pandemie hat das Hotel- und Gastgewerbe in eine tiefe Krise gestürzt. Der Sektor und deren Mitarbeiter benötigen dringend weitere Überbrückungshilfen und einen konkreten Plan, wie der Tourismus, die darin tätigen Betriebe und die vielen Zulieferbetriebe ihre Tätigkeit so rasch als möglich wieder aufnehmen können“, schreiben HGV und HGJ.

Das Landesinstitut für Statistik ASTAT hatte kürzlich mitgeteilt, dass die Ankünfte in Südtirol im Dezember 2020 gegenüber dem Dezember des Vorjahres um 94 Prozent und die Übernachtungen sogar um 95 Prozent zurückgegangen sind.

„Das sind absolute Horrorzahlen, die nun auf den Betrieben und den Tourismussektor lasten. Trotzdem wird zur Tagesordnung übergegangen und so getan, als sei nicht viel geschehen“, kritisiert HGJ-Obmann Hannes Gamper.

Die touristischen Zahlen im Januar und Februar werden ebenso dramatisch ausfallen, weil alle Gastbetriebe wieder schließen mussten und die Skigebiete nicht öffnen konnten.

„Kompletten Ausfall der Wintersaison hat es noch nie gegeben“

„Einen kompletten Ausfall der Wintersaison hat es seit Beginn des Wintertourismus in Südtirol nicht gegeben. Mit unabsehbaren Folgen für die Betriebe, die darin tätigen Familien, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Aufstiegsanlagen, die Skilehrer und all die Unternehmen, die vom Wohlergehen des Tourismus leben. Die Tragweite dieser dramatischen Entwicklung wurde noch nicht verinnerlicht“, unterstreicht HGV-Präsident Manfred Pinzger.

Auch weltweit führte die Pandemie zu einem Stillstand im Tourismus.

Laut Welttourismusorganisation gingen die internationalen Ankünfte um 74 Prozent zurück. In Europa sanken sie um 70 Prozent im Verhältnis zu 2019. Neben der Hotellerie betrifft dieser Rückgang auch die Kultur, die Kunst, die Gastronomie und Eventveranstaltungen.

Die dramatische Entwicklung spiegelt sich auch am Arbeitsmarkt wider. Weltweit sind laut Welttourismusorganisation bis zu 120 Millionen Arbeitsplätze im Tourismus gefährdet.

Immer mehr Arbeitslose in Südtirol

Auch in Südtirol ist die Zahl der Arbeitslosen deutlich gestiegen. Im letzten Quartal 2020 waren im Gastgewerbe im Schnitt rund 18.000 Personen lohnabhängig beschäftigt. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist dies ein Rückgang um rund 30 Prozent.

Um fast 50 Prozent hat die Zahl der befristeten Arbeitsverträge abgenommen aufgrund des Rückgangs der Saisonarbeitskräfte im Tourismus. Im Dezember 2020 gingen die unselbstständig Beschäftigten im Tourismus gar um 50 Prozent zurück, von rund 27.700 auf rund 13.600. Im Januar 2021 hat das Amt für Arbeitsmarkt einen Rückgang von 57 Prozent an Beschäftigten im Tourismus festgestellt.

Absolut negativ wirkt sich diese Entwicklung auf die Jugend aus, welche ihre berufliche Zukunft im Hotel- und Gastgewerbe sieht. „Zurzeit müssen wir unsere gut ausgebildeten und motivierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Woche zu Woche vertrösten. Manche von ihnen suchen bereits anderweitig nach Arbeit und Einkommen und gehen so unserem Sektor verloren“, verweisen Pinzger und Gamper auf weitere Folgen der monatelangen Betriebsschließungen und der unsicheren Aussichten.

„Deshalb brauchen die Beherbergung und die Gastronomie sowie deren Mitarbeiter neben weiteren Überbrückungshilfen einen konkreten Plan, wie der Tourismus und die darin tätigen Betriebe so rasch als möglich wieder starten können. Es braucht eine konkrete Öffnungsstrategie für die Gastronomie, die Hotellerie und weitere Bereiche, wo es zu Kontakten mit Menschen kommt“, schließen HGV und HGJ.

liz