Dienstag, 03. März 2020

Außenhandel 2018: Äpfel sind für Südtirol nicht mehr das wichtigste Exportgut

Im Jahr 2018 wurden Waren im Wert von fast 5 Milliarden Euro nach Südtirol eingeführt. Dies entspricht einer Zunahme von 4,7 Prozent gegenüber 2017. Auch die Ausfuhren stiegen gegenüber dem Vorjahr (+1,1 Prozent) auf den Spitzenwert von 4.858,6 Millionen Euro. Das geht aus einem Bericht des Landesinstituts für Statistik (ASTAT) hervor.

Frische Äpfel wurden von Platz 1 der wichtigsten Exportwaren abgelöst.
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Frische Äpfel wurden von Platz 1 der wichtigsten Exportwaren abgelöst. - Foto: © shutterstock
Zum 4. Mal in Folge ergibt sich ein positives Ergebnis: 12 Millionen Euro beträgt der erzielte Überschuss in der Handelsbilanz. Der Saldo war nämlich zwischen 1997 und 2014 immer negativ. Die Bedeutung der Einfuhren in Südtirol zeigt sich auch im Vergleich mit dem Trentino, dessen Importe etwa halb so hoch sind wie jene Südtirols.

Die Ausfuhren des Trentino sind hingegen nur geringfügig niedriger als jene Südtirols. Daraus ergibt sich auch ein deutlicher Unterschied bei der Handelsbilanz, die in der Nachbarprovinz seit langem einen deutlich positiven Saldo aufweist.

Die Partnerstaaten

Die wichtigsten Handelspartner Südtirols sind laut Astat-Bericht wie bereits in der Vergangenheit auch im Jahr 2018 wenig überraschend Deutschland und Österreich. 44,5 Prozent der Südtiroler Einfuhren stammen aus Deutschland und etwa ein Drittel (34,4 Prozent) der Ausfuhren wird dorthin geliefert. Österreich hält mehr als ein Fünftel (21,2 Prozent) an den Gesamtimporten und mehr als ein Zehntel (11,2 Prozent) an den Exporten. Südtirol weist gegenüber beiden Ländern einen negativen Handelssaldo auf: Deutschland -487 Millionen Euro und Österreich -481 Millionen Euro. Mit fast allen anderen EU-Staaten ergeben sich hingegen positive Handelssalden.

Bedeutende positive Salden gibt es auch mit den europäischen Nicht-EU-Staaten (+346,1 Millionen Euro, davon +199,4 Millionen Euro mit der Schweiz) sowie mit Asien und Amerika (+207,4 bzw. +191,5 Millionen Euro).

Die stärksten Zunahmen bei den Einfuhren gegenüber 2017 sind jene aus Rumänien (89,4 Prozent), Spanien (88 Prozent) und Frankreich (41,2 Prozent).

Die Ausfuhren in die EU-Staaten nehmen um 2,9 Prozent zu


Die Ausfuhren in die EU-Staaten nahmen 2018 gegenüber dem Vorjahr um 2,9 Prozent zu. Der größte Anteil der Ausfuhren ist weiterhin für Deutschland und Österreich bestimmt, nämlich 34,4 Prozent bzw. 11,2 Prozent der gesamten Exporte. Es folgen Frankreich (4,7 Prozent), Schweden (3,1 Prozent) und Spanien (3 Prozent). Insgesamt werden 74,4 Prozent der Waren in die EU-Staaten exportiert.

Die Ausfuhren in die Nicht-EU-Staaten insgesamt sinken gegenüber 2017 um 3,8 Prozent. Die höchsten Rückgänge gibt es gegenüber Afrika (-16,6 Prozent) und Asien (-5,1 Prozent). Einen deutlicheren Rückgang verzeichnen die Exporte in die europäischen Nicht-EU-Staaten (-5,2 Prozent), wobei der Exportrückgang in die Schweiz etwas geringer ausfällt (-3,8 Prozent).

Der Sektor Maschinen und Apparate führt die Südtiroler Ausfuhren an

Die Sektoren Maschinen und Apparate a.n.g. (a.n.g.: anderweitig nicht genannt, 18,8 Prozent), Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren (17,5 Prozent) sowie Fahrzeuge (14,3 Prozent) sind bei den Ausfuhren am stärksten vertreten.

Die Südtiroler Ausfuhren sind im Vergleich zum gesamtstaatlichen Durchschnitt stark auf die Sektoren Landwirtschaft und Lebensmittel spezialisiert sowie auf die Holzwaren, Papier und Pappe.

Wie die Astat berichtet, wartet die Rangliste der Exportgüter mit einer bedeutsamen Neuigkeit auf. Die Bestandteile und Zubehör für Traktoren und Transportfahrzeuge haben einen Exportwert von 473,1 Millionen Euro (9,7 Prozent der gesamten Ausfuhren) erzielt und somit die Warengruppe von Platz 1 verdrängt, die traditionell immer den Export dominiert hat: Die frischen Äpfel, Birnen und Quitten erreichten 2018 einen Exportwert von „nur“ 414,2 Millionen Euro (8,5 Prozent).

Einfuhren: Bedeutende Zunahme für Elektrische Ausrüstungen

Die wichtigsten Sektoren der Einfuhren sind die Lebensmittel, Getränke und Tabakwaren (16,9 Prozent), Grundmetalle und Metallerzeugnisse.

Die größten prozentuellen Zunahmen verbuchen Elektrische Ausrüstungen (+28,0 Prozent), Chemische Erzeugnisse (+17,7 Prozent) und Herstellung von Textilien, Bekleidung, Leder, Lederwaren und Schuhe (+10,7 Prozent).

Bei den meistimportierten Waren steht Rohr- und Rübenzucker und chemisch reine Saccharose mit 182,0 Millionen Euro bzw. 3,8 Prozent des Gesamtimports an erster Stelle. Die Hauptherkunftsländer sind Deutschland (78,6 Prozent) und Frankreich (10,3 Prozent). Auf Platz 2 findet sich das Schweinefleisch mit 141,2 Millionen Euro bzw. 2,9 Prozent der gesamten Importe.

mat

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