Donnerstag, 10. Dezember 2020

Außenhandel mit leichtem Rückgang im 3. Quartal

Das Landesinstitut für Statistik (ASTAT) teilt mit, dass im 3. Quartal 2020 Waren im Wert von 1.265,5 Millionen Euro aus Südtirol ausgeführt wurden. Dies bedeutet eine Abnahme um 1,3 Prozent gegenüber demselben Quartal 2019. Die Ausfuhren in die EU-Staaten steigen um 1,2 Prozent, während jene in die nicht europäischen Länder um 7,9 Prozent sinken.

Südtirols Außenhandel hat im 3. Quartal leicht abgenommen.
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Südtirols Außenhandel hat im 3. Quartal leicht abgenommen. - Foto: © shutterstock
Im 3. Quartal 2020 wurden Waren im Wert von 1.265,5 Millionen Euro aus Südtirol ausgeführt. Dies entspricht einer Abnahme um 1,3 Prozent gegenüber demselben Quartal des Vorjahres (tendenzielle Veränderung). Die konjunkturelle Veränderung, das heißt die Entwicklung im Vergleich zum 2. Quartal 2020, welche von saisonalen Schwankungen im Export und insbesondere vom Einbruch der Exporte im Vorquartal aufgrund der Ausbreitung von Covid-19 gekennzeichnet ist, verzeichnet hingegen eine Zunahme um 23,4 Prozent.

Ausfuhren in EU-Staaten steigen

Die wichtigsten europäischen Zielländer sind weiterhin Deutschland (33,3 Prozent), Österreich (10,6 Prozent) und die Schweiz (5,4 Prozent). In diese 3 Länder fließt mit insgesamt 49,3 Prozent fast die Hälfte aller Ausfuhren. Außerhalb Europas entfällt der größte Teil der Exporte auf Amerika und Asien (8,2 bzw. 8,1 Prozent). Fast 2 Drittel der Ausfuhren nach Amerika gehen in die Vereinigten Staaten. Insgesamt entfallen 5,1 Prozent aller Exporte auf die USA, die somit an 4. Stelle der wichtigsten Ausfuhrmärkte für Südtiroler Waren stehen.

Die Ausfuhren in die EU-Staaten steigen gegenüber dem 3. Quartal 2019 um 1,2 Prozent an. Deutschland, Südtirols wichtigster Exportmarkt, verzeichnet eine Abnahme um 0,6 Prozent, Österreich, der zweitwichtigste
Markt, weist hingegen ein Minus von 4,6 Prozent auf. Die Exporte in die Europäische Union verzeichnen trotz dieser beiden bedeutenden Rückgänge ein positives Ergebnis, auch dank der deutlichen Zunahme der Ausfuhren nach Belgien (+106,1 Prozent), Polen (+37,4 Prozent) und in die Tschechische Republik (+27,2 Prozent). Unter den 10 wichtigsten Absatzmärkten sind die einzigen Rückgänge jene der Ausfuhren in die Niederlande (-17,1 Prozent) und nach Spanien (-11,4 Prozent).

In absoluten Zahlen verbuchen Belgien (+14,6 Millionen Euro), Polen (+8,8 Millionen Euro) und die Tschechische Republik (+6,6 Millionen Euro) die höchsten Zunahmen. Die größten Rückgänge in absoluten Werten verzeichnen die Ausfuhren nach Frankreich (-8,8 Millionen Euro), Österreich (-6,6 Millionen Euro) und in die Niederlande (-5,1 Millionen Euro).



Hinsichtlich der Ausfuhren in Nicht-EU-28-Staaten war dagegen ein Rückgang (-7,7 Prozent) zu verzeichnen, der geringer ausfiel (-6,8 Prozent), wenn die Nicht-EU-27-Staaten nach dem Brexit berücksichtigt werden. Die Exporte in die europäischen Nicht-EU-28-Staaten sinken um 7,3 Prozent. Dabei sinken vor allem die Ausfuhren nach Russland (-38,9 Prozent) sowie in kleinerem Maße in die Schweiz (-6,0 Prozent). Der Warenverkehr in das Vereinigte Königreich ist im Vergleich zu 2019 um 5,7 Prozent gestiegen: Die Exporte in die europäischen Nicht-EU-27-
Staaten nach dem Brexit gingen um 4,8 Prozent zurück.

Eine deutlichere Abnahme gibt es bei den Ausfuhren
in die nichteuropäischen Länder (-7,9 Prozent). Insbesondere sanken die Ausfuhren nach Ozeanien (-62,9 Prozent), Afrika (-37,5 Prozent) und Asien (-13,5 Prozent), was durch den starken Anstieg der Ausfuhren nach Amerika (+19,1 Prozent) nicht vollständig ausgeglichen werden konnte. Die Ausfuhren in die Vereinigten Staaten, den viertwichtigsten Exportmarkt Südtirols, steigen um 10,3 Prozent.

Exportzuwächse bei den Erzeugnissen der Landwirtschaft

Die größten Exportanteile halten die Maschinen und Apparate anderweitig nicht genannt (18,9 Prozent der gesamten Ausfuhren), gefolgt von den Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren (17,4 Prozent) sowie von den Fahrzeugen (13,4 Prozent), den Grundmetallen und Metallerzeugnissen, ausgenommen Maschinen und Anlagen (12,5 Prozent) und den Erzeugnissen der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei (9,2 Prozent). Diese Sektoren machen 71,4 Prozent der gesamten Ausfuhren aus.

Unter den wichtigsten Sektoren verzeichnen folgende einen Zuwachs ihrer Ausfuhren: die Erzeugnisse der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei (+22,3 Prozent bzw. +21,2 Millionen Euro), die das beste Ergebnis erzielen; gefolgt von Grundmetallen und Metallerzeugnissen, ausgenommen Maschinen und Anlagen (+3,9 Prozent bzw. +6,0 Millionen Euro).

Stark gesunken sind die Ausfuhren von Fahrzeugen (-11,5 Prozent, bzw. -22,0 Millionen Euro) und Maschinen und Apparaten a.n.g. (-10,8 Prozent bzw.-28,9 Millionen Euro). Nahezu unverändert sind die Ausfuhren der Nahrungsmittel, Getränke und Tabakerzeugnisse (-0,4 Prozent bzw. -1,0 Millionen Euro).


Unter den 10 wichtigsten Sektoren nehmen auch folgende zu: Gummi- und Kunststoffwaren, Glas und Glaswaren, Keramik, Erzeugnisse aus der Verarbeitung von Steinen und Erden (+7,7 Prozent, bzw. +4,0 Millionen Euro) und in geringerem Maße Elektrische Ausrüstungen (+5,2 Prozent, bzw. +3,6 Millionen Euro), Herstellung von Textilien, Bekleidung, Leder, Lederwaren und Schuhen (+4,4 Prozent bzw. +2,3 Millionen Euro) und
Holz und Holzwaren, Papier, Pappe und Waren daraus (+2,0 Prozent bzw. +1,0 Millionen Euro).



Den einzigen Rückgang unter diesen verzeichnen die Ausfuhren der Erzeugnisse des sonstigen verarbeitenden Gewerbes (-4,8 Prozent bzw. -2,6 Millionen Euro).

stol

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