Der Autohersteller wurde von der Gesellschaft Car Luxury Investment erworben, die unter Kontrolle des chinesischen Konzerns Hotyork Investment steht, berichtete die Wirtschaftszeitung „Milano e Finanza“ am Mittwoch. Die Familie Rossignolo, die bisher Mehrheitsaktionärin des Konzerns war, bleibt weiter am Steuer des Unternehmens.Der chinesische Investor versicherte, dass er die Produktion in den italienischen Fabriken entwickeln wolle. Die Jobs in Italien seien nicht gefährdet. De Tomaso ist mit Produktionswerken in Livorno und in Grugliasco bei Turin präsent. Das Unternehmen hatte kürzlich das ehemalige Produktionswerk des Karosseriebauers Pininfarina gemietet und die rund 1.000 Mitarbeiter übernommen, die dieser auf Kurzarbeit gestellt hatte.„De Tomaso wird wieder all seine Energien in die Produktion von Autos im Spitzensegment für die globale Industrie investieren“, versicherte der Präsident von Hotyork Investment, Qiu Kunjian. De Tomaso soll das Vertriebsnetz des chinesischen Eigentümers nutzen, um sich in China zu etablieren.In den 70er Jahren beteiligte sich der 2003 verstorbene italo-argentinische Industriekapitän Alejandro De Tomaso an renommierten Häusern wie Innocenti, Benelli und Moto Guzzi, 1972 übernahm der Konzern die Karosseriebauer Vignale und Ghia. De Tomaso produzierte Autos für Chrysler und ging einmal mit einem großen Teil seines Unternehmens ein Engagement mit Ford ein, doch die Verbindung währte nur wenige Jahre. Seine sportlichen Ambitionen verlor De Tomaso nie aus den Augen; Anfang der Siebziger unterhielt er sogar einen eigenen Formel-1-Rennstall.Der spektakulärste Coup gelang De Tomaso jedoch 1975, als er mit dem traditionsreichen Hersteller Maserati eine angeschlagene Marke übernahm, die ohne eine von ihm initiierte Biturbo-Ära wohl nicht überlebt hätte. Anfang der Neunziger verkaufte er Maserati an Fiat und zog sich nach dem Schlaganfall aus der Öffentlichkeit zurück. Die Blütezeit der späten Sechziger und frühen Siebziger erreichte das Unternehmen jedoch nie wieder.