Freitag, 18. Oktober 2019

Babypuder wegen Asbestrisiken zurückgerufen

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson ruft in den USA einen geringen Teil seines Pflegemittels „Baby Powder“ wegen Asbestrisiken zurück.

Es bestehe die Gefahr einer minimalen Asbest-Kontamination.
Es bestehe die Gefahr einer minimalen Asbest-Kontamination. - Foto: © shutterstock

Das Unternehmen begründete den Schritt in einer Mitteilung vom Freitag mit einem „Übermaß an Vorsicht“ und betonte, dass es sich lediglich um eine einzelne Produktions-Charge handele, bei der die Gefahr einer minimalen Asbest-Kontamination bestehe.

Allerdings ist Johnson & Johnson mit seinem „Baby Powder“ wegen angeblicher Krebsrisiken ohnehin schon mit Sammelklagen konfrontiert, deshalb birgt der Rückruf hohe Brisanz. Anleger reagierten nervös und ließen die Aktie im vorbörslichen US-Handel kräftig sinken.

Der Konzern hatte bereits rechtlichen Ärger

Johnson & Johnson hat nicht nur wegen dieses Pflegemittels rechtlichen Ärger. Auch bei der Klagewelle gegen Firmen, die mit süchtig machenden Schmerzmitteln zur Opioid-Krise und Drogen-Epidemie in den USA beigetragen haben sollen, ist das Unternehmen unter den Beschuldigten.

Zudem wurde der Konzern jüngst wegen eines Medikaments, das angeblich zu unnormalem Brustwachstum bei Männern führt, zu Schadenersatz in Höhe von 8 Milliarden Dollar verurteilt. Und das sind noch nicht alle juristischen Konflikte. Einer Analyse des „Wall Street Journal“ nach musste sich Johnson & Johnson zuletzt insgesamt mit mehr als 100 000 Klägern auseinandersetzen.

dpa