Dienstag, 26. November 2019

Bademäntel, Klavier und Klopapier: Was Hotelgäste alles mitgehen lassen

In Hotels verschwindet so einiges aus dem Zimmer. Das Mitnehmen von Seifen oder Stiften gilt vielen Hotelgästen als Kavaliersdelikt — doch manche Besucher sind so dreist, dass sie Fernseher, Klaviere oder gar ausgestopfte Tiere aus dem Hotel tragen. Besonders pikant ist das unterschiedliche Klauverhalten zwischen Gästen in 4-Sterne und 5-Sterne Hotels und die diebischen Vorlieben nach Nationalität.

Bei manchen Hotelgästen ist der Koffer beim Check-out voller als bei der Ankunft.  (Symbolbild)
Bei manchen Hotelgästen ist der Koffer beim Check-out voller als bei der Ankunft. (Symbolbild) - Foto: © shutterstock

Bei manchen Hotelgästen ist der Koffer beim Check-out voller als bei der Ankunft. Neben Handtüchern und Bademänteln verschwinden sogar Kunstwerke aus Hotelzimmern. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Hotelportals Wellness Heaven unter 1157 Hoteliers vor allem aus Deutschland, Österreich und Italien.



Handtücher führen mit 77,5 Prozent die Liste der am häufigsten geklauten Gegenstände an, gefolgt von Bademänteln (65,1 Prozent), Kleiderbügeln (49,3 Prozent) und Stiften (39,1 Prozent). Aber sogar Kunstwerke (20,2 Prozent), Fernsehgeräte (6,1 Prozent) und Matratzen (4,2 Prozent) fehlen teilweise nach der Abreise.




Skurriles Diebesgut

Zu den skurrilsten Diebesgütern gehören etwa Badarmaturen, Jagdtrophäen und sogar ein Piano. „Als ich einmal durch die Lobby lief, fiel mir auf, dass irgendetwas fehlte. Kurz darauf erfuhr ich, dass 3 unbekannte Männer in Overalls das große Piano abtransportiert hatten. Es tauchte natürlich nie wieder auf,“ so ein Hotelier aus Italien.

In einem Hotel in Frankreich wurde ein Gast bei dem Versuch erwischt, einen ausgestopften Wildschweinkopf zu stibitzen. Später kam er doch noch zu seiner Trophäe: Freunde kauften dem Hotel das gute Stück ab und schenkten es ihm zur Hochzeit.

In einem Hotel in England hatte ein Gast kurzerhand die Nummern von seiner Hotelzimmertür abmontiert. „Wir haben das erst bemerkt, als der nachfolgende Gast sein Zimmer nicht finden konnte“, erzählt die Hoteldirektorin.

Diebische Vorlieben nach Nationalität


Gliedert man die Delinquenten nach Nationalität, so ergibt sich ein differenzierteres Bild. Es stellt sich etwa heraus, dass der deutsche Hotelgast einem eher langweiligen Diebstahlverhalten folgt: Neben Handtüchern und Bademänteln lässt er in erster Linie Kosmetik mitgehen.

Viel genussorientierter geht es da schon bei den Österreichern zu: Geschirr und Kaffeemaschinen tauchen weit oben in der Diebstahlskala auf: vom korrekten Esswerkzeug und den Zubereitungsvarianten für den „kleinen Braunen“ kann man in der Alpenrepublik offenbar nicht genug zu Hause stehen haben.

Italiener bevorzugen Weingläser als Hotel-Souvenir, bei Schweizern rangiert hingegen der Haarföhn weit oben im Ranking. Der Franzose hingegen klaut schon etwas spektakulärer: Er vertritt die Nation, die mit Abstand am häufigsten Fernsehgeräte und Fernbedienungen mitgehen lässt.

Holländische Hotelgäste sehen in ihren Mitbringseln vor allem den praktischen Nutzen: Zu ihren Favoriten zählen Glühbirnen und Toilettenpapier.

Gäste von 5-Sterne-Hotels bevorzugen teueres Diebesgut

Insgesamt wurden 634 Hoteliers von 4-Sterne-Häusern sowie 523 von 5-Sterne-Hotels befragt, um das Diebesverhalten in Abhängigkeit vom Wohlstand der Gäste zu ermitteln. Dabei tritt Erstaunliches zu Tage: „Greed is good“ scheint gerade bei betuchten 5-Sterne-Gästen ein zuverlässiges Motto zu sein.




So ist etwa die Wahrscheinlichkeit, dass hochwertige TV-Geräte aus dem Zimmer geklaut werden, bei Gästen im 5-Sterne-Segment 9-fach höher als bei Reisenden in 4-Sterne-Hotels. Ebenso sind Kunstwerke in Luxushotels ein begehrtes Objekt der Begierde (5,5-mal höhere Diebstahl-Wahrscheinlichkeit). Auch Tablet PCs und Matratzen werden in 5-Sterne-Häusern häufiger entwendet.

4-Sterne-Gäste begnügen sich hingegen mit weniger spektakulären Geschenken: Handtücher und Kleiderbügel sind bei ihnen tendenziell beliebter als bei 5-Sterne-Gästen, praktische Utensilien wie Batterien und Fernbedienungen klaut der 4-Sterne Hotelgast mit besonderer Wonne (3,1-mal bzw. 5-mal häufiger als der 5-Sterne Reisende).



dpa/vs