Mittwoch, 17. Juni 2020

Banca d'Italia: Südtirol hat 1600 Jobs verloren

Die Betriebssperrung hatte erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen. Auf der Grundlage der Maßnahmen aus dem Dekret "chiudi Italia" setzten im April 1800 Arbeitsstätten der Industrie in der Provinz Trient und 1600 in der Provinz Bozen ihre Tätigkeiten aus.

Die Banca d'Italia hat die Situation in Trentino und Südtirol analysiert.
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Die Banca d'Italia hat die Situation in Trentino und Südtirol analysiert. - Foto: © shutterstock
Laut Datenverarbeitung der Banca d'Italia - bei der brancheninterne Beziehungen zwischen geschlossenen und geöffneten Betrieben sowie der Einsatz von Smart Working berücksichtigt wurden - waren von dem Betriebsstillstand gut 35 Prozent der Wertschöpfung der Industrie in beiden Provinzen betroffen (43 Prozent in Italien).

„Die Inlandsnachfrage wird zumindest in der ersten Jahreshälfte 2020 stark sinken“, zitiert die italienische Nachrichtenagentur Ansa die Banca d'Italia.
Auch die Importe der wichtigsten Handelspartner von Trentino und Südtirol sollen demnach im laufenden Jahr um mehr als 10 Prozent nachlassen.

Am stärksten sei derzeit der Tourismus betroffen, der in den letzten Jahren das Wirtschaftswachstum wesentlich unterstützt hatte. Die Schließung der Aufstiegsanlagen Anfang März und die Maßnahmen zur Begrenzung der Mobilität bewirkten demnach einen Rückgang der Übernachtungszahlen in den ersten 4 Monaten von über 25 Prozent.

Der Neustart der Branche werde nur schrittweise erfolgen, da sich die Aufhebung der Mobilitätseinschränkungen verzögern könnte und da es Zeit brauche, das Vertrauen der Verbraucher zurückzugewinnen; all das könnte sich negativ auf die Sommersaison auswirken, die mit mehr als 60 Prozent zu den jährlichen Übernachtungen beiträgt.

Die negativen Auswirkungen auf den Tourismus könnten in Südtirol aufgrund der größeren Abhängigkeit von internationalen und damit kaufkräftigeren Kunden stärker ausgeprägt sein, so Banca d'Italia.

ansa

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