Freitag, 02. Dezember 2016

Bank Monte dei Paschi bekommt Rückendeckung von Gläubigern

Die angeschlagene italienische Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat Rückendeckung von einem Teil der Anleihegläubiger erhalten. Gläubiger mit einem Volumen von mehr als einer Milliarde Euro hätten einer Umwandlung der nachrangigen Schuldtitel in Aktien zugestimmt, hat das Bankhaus am Freitag nach vorläufigen Berechnungen mitgeteilt. Insgesamt war ein Volumen von 4,3 Milliarden Euro zum Tausch angeboten worden. Endgültige Ergebnisse will die Bank am Montag vorlegen.

Die angeschlagene italienische Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat Rückendeckung von einem Teil der Anleihegläubiger erhalten.
Die angeschlagene italienische Traditionsbank Monte dei Paschi di Siena (MPS) hat Rückendeckung von einem Teil der Anleihegläubiger erhalten. - Foto: © LaPresse

Die italienische Regierung bereitet einem Pressebericht zufolge unterdessen eine staatliche Rettungsaktion für die angeschlagene Bank vor. Italien habe bei der EU bereits einen Antrag auf Staatshilfe eingereicht, berichtete die Zeitung „Corriere della Sera“ am Freitag. Finanzminister Pier Carlo Padoan suche in Brüssel nach einem Weg, dem Institut unter die Arme zu greifen, ohne europäische Regeln zu brechen.

Ein Kommissionssprecher wollte den Bericht am Freitag nicht kommentieren. Allgemein sagte er, die EU-Kommission habe in der Vergangenheit die Bemühungen von Monte dei Paschi zur Aufnahme weiteren Kapitals zur Kenntnis genommen. „Das Verfahren wird von den Aufsichtsbehörden und der betroffenen Bank geführt“, sagte der Sprecher. „Das entspricht natürlich vollkommen den EU-Regeln.“ Zusätzlicher Bedarf an Kpital sollte in erster Linie auf dem Markt oder aus anderen privaten Quellen gedeckt werden, sagte er.

Die drittgrößte italienische Bank leidet vor allem unter faulen Krediten im Umfang von 28 Milliarden Euro. Um sich aus dem Schlamassel zu befreien, hat das 1472 gegründete Institut im Sommer einen Rettungsplan gestrickt, der unter anderem die Beschaffung von 5 Milliarden Euro frischem Geld unter anderem durch die Umwandlung von Schulden in Eigenkapital vorsieht. Größter Unsicherheitsfaktor ist dabei das anstehende italienische Verfassungsreferendum am Wochenende. Sollte Ministerpräsident Matteo Renzi mit seinen Reformen scheitern, drohen erhebliche Turbulenzen an der Börse.

dpa

stol