Samstag, 24. September 2016

Bankenumstrukturierung in Italien: 1.000 Filialen seit 2016 gesperrt

Die Bankenumstrukturierung in Italien wirkt sich negativ auf die Beschäftigung aus. In den ersten neun Monaten 2016 wurden circa 1.000 Bankfilialen geschlossen, das sind doppelt so viel als im Gesamtzeitraum 2015, berichtete der Chef der italienischen Bankenvereinigung ABI, Antonio Patuelli, nach Medienangaben vom Samstag.

Symbolbild
Symbolbild - Foto: © shutterstock

Patuelli reagierte auf Kritik seitens des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, wonach es in Italien zu viele Bankfilialen gebe. Patuelli betonte, dass die Banken ihren Entwicklungsplänen entsprechend mit einer tief greifenden Umstrukturierung beschäftigt seien. Die Zahl der Filialen in Italien sei niedriger als in Deutschland, Frankreich und sogar als in Spanien, das weniger Einwohner als Italien zähle.

16.000 Jobs sollen wegfallen

Bis Ende 2020 sollen in der Bankbranche 16.000 Jobs wegfallen, berichtete die Bankengewerkschaft FABI zuletzt. Ihre Schätzung basiert auf den Entwicklungsplänen italienischer Banken. Sollte es zu Fusionen im Bankensystem kommen, auf die die Regierung in Rom drängt, könnten noch mehr Jobs wegfallen, warnte FABI. Seit dem Jahr 2013 sind bereits 12.000 Stellen gestrichen worden.

Die Schätzungen der Gewerkschaften berücksichtigen unter anderem den Entwicklungsplan der Bank-Austria-Mutter UniCredit. UniCredit will noch bis Ende diesen Jahres einen neuen Entwicklungsplan vorstellen.

45.000 Mitarbeiter weniger als noch 2007

Italiens Bankensektor beschäftigt nur noch 300.000 Mitarbeiter, 2007 waren es noch 344.600. Die Bankengewerkschaft appellierte an die Geldhäuser, nicht mehr auf Personalabbau zu setzen, um ihre Bilanzen zu konsolidieren, sondern auf neue Entwicklungsmodelle, die Wachstum fördern könnten.

apa

stol