Zusammen mit den Vorjahren summieren sich die Kosten auf fast 3,5 Mrd. Pfund (4,06 Mrd. Euro). Barclays hatte zudem 290 Mio. Pfund Strafe zahlen müssen, weil Händler der Bank an Manipulationen des wichtigen Referenz-Zinssatzes Libor beteiligt waren. Im Falle von unkorrektem Verhalten bei einer Rettungsaktion katarischer Investoren in der Bankenkrise 2008 ermittelt die Bankenkaufsicht – es drohen weitere Strafen.Wie die Bank am Dienstag mitteilte, wird sie zusätzliche Mittel von 400 Mio. Pfund für Zinswetten und 600 Mio. Pfund für Kreditausfallversicherungen zurückstellen. Das Geld ist für den Fall gedacht, dass mehr Kunden entschädigt werden müssen als erwartet. Berater der Bank hatten Kleinunternehmern unter anderem hochgradig komplexe und risikobehaftete Produkte wie Wetten auf Zinsderivate verkauft. Anderen Kunden wurden Versicherungen aufgeschwatzt, die im Falle von Zahlungsausfällen das Risiko der Bank mindern – de facto ein versteckter Zusatzzins.Bis zum Jahresende beläuft sich die Vorsorge für undurchsichtige Geschäfte mit Zinsderivaten, die an kleine und mittlere Unternehmen verkauft wurden, auf insgesamt 850 Mio. Pfund. Für Falschberatungen bei Kreditausfallversicherungen steigen die Rückstellungen nun auf insgesamt 2,6 Mrd. Pfund, von denen schon 1,6 Milliarden im vergangenen Jahr für konkrete Ansprüche verbucht worden sind.Vorstandschef Antony Jenkins, seit August 2012 Nachfolger des über den Libor-Skandal gestolperten Bob Diamond, will jetzt die Bank grundlegend reformieren, um ihr Renommee wieder herzustellen.apa/dpa