Besonders stark präsentiert sich der Tiefbau, wo die Kapazitätsauslastung dank großer öffentlicher Projekte weiterhin über 90 Prozent liegt. Fast ein Viertel der Unternehmen spricht sogar von einer guten Ertragslage. Dennoch wächst die Sorge, was nach dem Auslaufen des Wiederaufbaufonds PNRR passiert. „Für die Bauunternehmen ist die Zukunft mit Unsicherheit behaftet“, erklärt Christian Egartner, Präsident des Baukollegiums. Umso wichtiger sei es, „dass die öffentliche Hand geplante Investitionen durchführt, gerade auch, um unser Land zukunftsfähig zu machen“.<BR /><BR />Im Hochbau ist die Lage insgesamt robust: Auslastung, Geschäftsvolumen und Investitionen liegen auf Vorjahresniveau, 87 Prozent der Unternehmen melden eine zufriedenstellende Rentabilität. Im Baunebengewerbe dagegen steigt der Druck. Viele Betriebe verzeichnen laut Wirtschaftsbarometer sinkende Umsätze und stark steigende Kosten. Durch Preisanpassungen konnten dennoch rund 90 Prozent eine akzeptable Ertragslage sichern.<h3> Die Sorgen der Kleinst- und Kleinbetriebe</h3>Besonders Kleinst- und Kleinbetriebe sehen sich mit Herausforderungen konfrontiert. „Die Rentabilität bleibt gering – auch wegen irregulärer Unternehmen“, warnt Rodolfo Gabrieli, Präsident von CNA-SHV Bauwesen Südtirol. Er fordert schärfere Kontrollen: „Eine wirksame Kontrolle der DURC-Konformität und der Punkteführerschein für Baustellen sind notwendig, um regelkonforme Unternehmen zu schützen.“<h3> Investitionen werden zurückgefahren</h3>Für 2026 bleibt der Sektor verhalten zuversichtlich: Rund 90 Prozent der Unternehmen rechnen mit einem stabilen oder leicht besseren Jahr. Im Hochbau jedoch wollen viele Betriebe ihre Investitionen zurückfahren, und 15 Prozent erwarten eine unbefriedigende Rentabilität. Gleichzeitig bleibt ein strukturelles Problem ungelöst: die Wohnungsknappheit.<BR /><BR />Handelskammerpräsident Michl Ebner warnt, dass fehlender Wohnraum zunehmend zum Wettbewerbsnachteil wird. „Einer der Gründe, der qualifizierte Arbeitskräfte davon abhält, nach Südtirol zu kommen, ist der Mangel an Wohnungen zu erschwinglichen Preisen“, betont Ebner. Brachliegende Flächen wie das Areal am Bahnhof Bozen müssten „so schnell wie möglich nutzbar gemacht“ werden.<BR /><BR /> „Leistbarer Wohnraum zählt in Südtirol zu den größten Herausforderungen – auch, weil er eng mit der Bindung qualifizierter Fachkräfte verknüpft ist“, sagt Fritz Ploner, Baugruppenobmann im Wirtschaftsverband lvh. Im privaten Wohnbau sei „ein deutlicher Rückgang spürbar“.