Dienstag, 22. März 2016

Bauern "können mit Gülle-Neuregelung leben"

Nach langwierigen Verhandlungen dürfte die Landesregierung heute die Managementleitlinien für die Ausbringung von Gülle in Natura 2000-Gebieten beschließen. Der Südtiroler Bauernbund kann mit der Neuregelung „leben“, auch wenn ein Mehraufwand für Bauern und Landesämter wahrscheinlich ist.

Badge Local

Über 1,5 Jahre hatte eine Arbeitsgruppe an der Erstellung von Managementleitlinien gearbeitet, ohne eine Einigung zu erzielen. Vor wenigen Wochen wurde nun ein Vorschlag, der auf den Analysen von Prof. Matthias Gauly von der Freien Universität Bozen fußt, angenommen und heute von der Landesregierung beschlossen.

Der Südtiroler Bauernbund kann mit dem Beschluss, sofern er so bleibt, „leben, auch wenn wir uns weniger Bürokratie gewünscht hätten“, sagte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler.

Mehrere Wiesenkategorien zusammengefasst 

 

Gut sei, dass die insgesamt fünf Wiesenkategorien (von A bis E) zu zwei Kategorien zusammengefasst wurden und damit die Umsetzung des Beschlusses wesentlich vereinfacht wurde. Während auf den Wiesentypen D und E wie bisher keine Gülle ausgebracht werden darf, können die übrigen Wiesen weiterhin gedüngt werden – wenn auch etwas weniger. „Die Anzahl der Großvieheinheiten wurde leicht reduziert.

Die neue Regelung ist nun strenger als die des Gewässerschutzes. Für unsere Bergbauern ist das ein akzeptabler Kompromiss“, so Tiefenthaler. Allerdings dürfte die Neuregelung einen zusätzlichen Aufwand mit sich bringen. „Die betroffenen Bauern müssen einen Düngeplan erstellen, der sowohl sie selbst als auch die Beratungsorganisationen vor neue Herausforderungen stellt.“ Einen Mehraufwand haben zudem die Landesämter, die die Einhaltung kontrollieren müssen. 

Fokus auf die Forschung 

Positiv ist, dass ein Fokus auf die Forschung gelegt wird. „Neben der Untersuchung des Pflanzenbestandes soll auch nach einer besseren Güllebehandlung und nach einer alternativen Nutzung des Wirtschaftsdüngers geforscht werden.“ 

Alles in allem sind die nun genehmigten Managementleitlinien ein guter Kompromiss der verschiedenen Interessen. „Wir hoffen, dass die Diskussionen über die Ausbringung von Gülle in Natura 2000-Gebieten nun wieder auf eine sachliche Ebene zurückgeführt werden,“ so Tiefenthaler abschließend.    

stol

stol