Die Landesregierung hat die Einreichefrist für Beitragsgesuche nun um 2 Monate verlängert. Allerdings – anders als in anderen Regionen – weiterhin mit einer Vorzugsschiene für die Grünlandwirtschaft.<BR /><BR />Der PNRR sieht Beiträge vor für den Ankauf neuer mit Biomethan oder Elektrizität angetriebener Traktoren, Sprühgeräte mit weniger Abdrift, Systeme für bodennahe Gülleausbringung etc.. Zwischen 80 und 65 Prozent der Kosten bekommen Landwirte über diese Schiene als Beitrag – und dennoch hält sich der Ansturm (nicht nur in Südtirol) in Grenzen. <h3> Ansuchen kompliziert</h3>„Die Ansuchen sind relativ kompliziert“, erklärt Bauernbund-Obmann Daniel Gasser die Zurückhaltung der Landwirte. Als Reaktion hat man nun von staatlicher Seite den Zugang entbürokratisiert und die Frist verlängert. Analog dazu auch in Südtirol. Man warte jetzt noch auf das entsprechende staatliche Rundschreiben, sagt dazu Karl Gumpold von der Betriebsberatung im Bauernbund, um genau zu verstehen, worin die Erleichterungen bestehen. <BR /><BR />Enthalten sein sollten u.a. Erleichterungen bei den technischen Gutachten. So soll es kein beeidetes technisches Gutachten mehr brauchen, sondern ein Bericht eines befähigten Technikers ausreichen. <BR /><BR />Bei den Ansuchen gilt allerdings nicht, wer zuerst kommt, mahlt zu erst. Vielmehr wird nach einem Punktesystem vergeben, das bestimmte Maßnahmen besser gewichtet als andere.. <h3> Vorzugsschiene für die Grünlandwirtschaft</h3>In Südtirol hat man zudem eine Vorzugsschiene für die Grünlandwirtschaft eingebaut, die es so – anders als von Landwirtschaftslandesrat Luis Walcher im Landtag auf Nachfrage mitgeteilt – in den staatlichen Vorgaben nicht gibt. Konkret „versteckt“ sich diese Vorzugsschiene in eben diesem Vergabesystem mach Punkten. <BR /><BR />Denn dort startet ein Grünlandbetrieb automatisch mit 30 Punkten, ein Obst-/Weinbaubetrieb mit nur 20 Punkten. „Fakt ist, dass von der Landesregierung offizielle Antworten gegeben werden, die nicht der Wahrheit entsprechen. Nicht Rom, sondern Südtirols eigene Landesregierung hat für die Obst- und Weinbauern eine zusätzliche Hürde eingebaut. Das Trentino gewährt all seinen Bauern denselben Zugang zu den staatlichen Förderungen und gibt zudem für professionelle, abdriftmindernde Sprühgeräte fast doppelt so viele Punkte“, ärgert sich der Freie Landtagsabgeordnete Andreas Leiter Reber. Abgesehen davon gehöre das aktuelle Beitragssystem dringend auf den Prüfstand. Ein Drittel des EU-Haushaltes fließe in die Landwirtschaft „und trotzdem sinken die Erlöse und die Bauern tun sich immer schwerer“, ärgert er sich. <h3> Kommt nun der Run auf die Finanzmittel?</h3>Beim Bauernbund findet man die Gewichtung über die Punkte dagegen gut. „Damit will man bewusst mehr Fördermittel in die Grünlandwirtschaft bringen“, so Gasser. Bleibt abzuwarten, ob es mit den bürokratischen Erleichterungen nun einen „Run“ auf die Finanzmittel gibt. „Wir hoffen schon“, meint Gasser. <BR /><BR />Ansuchen kann man noch bis 31. Mai, bis 31. August können sie begutachtet werden.