Samstag, 11. Februar 2017

Bauernbund hat viel vor für 2017

Die verbandspolitischen Schwerpunkte des Südtiroler Bauernbundes (SBB) für 2017 hat Landesobmann Leo Tiefenthaler am Samstag auf der traditionellen Klausurtagung vorgestellt. Im Fokus stehen u. a. das neue Landesraumordnungsgesetz und der staatliche Wolfsplan. Bereits gestartet ist die Diskussion über die EU-Agrarpolitik nach 2020.

Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler hat sich bei der Klausurtagung besorgt gezeigt über die Ansiedelung von Wölfen. - Foto: Südtiroler Bauernbund
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Bauernbundobmann Leo Tiefenthaler hat sich bei der Klausurtagung besorgt gezeigt über die Ansiedelung von Wölfen. - Foto: Südtiroler Bauernbund

Bereits 2016 hat sich der SBB intensiv mit der Ausarbeitung des neuen Landesraumordnungs- und Landschaftsschutzgesetzes beschäftigt. Eine Arbeitsgruppe hat eine Reihe von Verbesserungen ausgearbeitet und den politisch Verantwortlichen vorgelegt.

„Dem Südtiroler Bauernbund geht es vor allem darum, den knappen Kulturgrund besser zu schützen. Dafür sollen leerstehende Gebäude zukünftig wieder genutzt werden. So könnte man das Grün schützen“, erklärte Bauernbund-Obmann Leo Tiefenthaler. Zudem wünsche sich der Südtiroler Bauernbund mehr Mitsprache für die Grundeigentümer. Auch sollen die Gemeindevertreter vor Ort mehr Entscheidungskompetenz erhalten.

Weniger Freude hat der SBB hingegen mit der Diskussion über eine Neuregelung des Landschaftsschutzes. „Da die Kompetenzen zwischen Bozen und Rom nicht ganz klar sind, ist es sinnvoller, die Regeln zum Landschaftsschutz so zu belassen, wie sie derzeit sind“, erklärte Tiefenthaler. Vor allem müssten die sog. Bagatelleingriffe, also kleinere Arbeiten, die die Bürgermeister genehmigen, erhalten bleiben. „Das ist eine effektive Maßnahme zur Verringerung der Bürokratie.“

Südtirol am besten „wolfsfrei“

Sorgen machen sich die Bergbauern über eine mögliche Präsenz von Wölfen im Land. Das würde die Almwirtschaft in Bedrängnis bringen. Sauer stößt den Bauern besonders die strenge italienische Regelung auf. Während nämlich in anderen Staaten auch ein gezielter Abschuss möglich ist, wenn z.B. Nutztiere in Gefahr sind oder die Population zu stark zunimmt, ist eine Entnahme in Italien de facto nicht möglich. Stattdessen werden Vorsichtsmaßnahmen vorgeschlagen, die in Südtirol sicher nicht umsetzbar sind.

„Wir können nicht Hunderte Herdenschutzhunde einsetzen oder unsere Almen komplett einzäunen“, meinte Tiefenthaler. „In einem Land wie Südtirol, wo noch so gut wie alle Almen bewirtschaftet und von Einheimischen wie Touristen in ihrer Freizeit genutzt werden, hat der Wolf keinen Platz.“ Der Wolf solle in jenen Gebieten angesiedelt werden, die nicht bevölkert sind, wovon es gar einige gebe.

EU-Periode 2020-2026: Diskussionen haben begonnen

Zwar endet die derzeitige EU-Agrarperiode erst in drei Jahren, die Diskussionen über die Ausgestaltung der EU-Agrarpolitik von 2020 bis 2026 hat aber schon begonnen. „Wir haben uns bereits mit den Bauernverbänden aus Tirol, Salzburg, Vorarlberg und Bayern getroffen“, unterstricht der Bauernbundobmann. Weitere Treffen, u. a. mit Vertretern aus italienischen Regionen und weiteren Berggebieten, sind geplant.

Am Ende der Klausurtagung hat Tiefenthaler die knapp 200 Funktionäre aufgerufen, die bäuerlichen Familien in den Erdbebengebieten in Mittelitalien zu unterstützen. „Der Südtiroler Bauernbund hat dafür ein eigenes Spendenkonto eingerichtet. Mit den Geldern soll u.a. Futter für die Tiere angekauft werden.“

stol

stol