„Wir haben Verständnis dafür, dass in diesen schwierigen Zeiten alle Verantwortung übernehmen müssen, fordern aber eine ausgewogene Besteuerung und gleichzeitig Maßnahmen zur Stärkung der Landwirtschaft“, heißt es in einer Stellungnahme des Südtiroler Bauernbundes (SBB).Besonders die neue Immobiliensteuer IMU werde alle landwirtschaftlichen Betriebe hart treffen.„Besteuert werden nämlich nicht nur die Wohngebäude, sondern auch die Wirtschaftsgebäude – sprich Stall und Stadel“, so der SBB.Vor allem für die Berglandwirtschaft bedeute das eine enorme Belastung.„Wir verstehen, dass in diesen Zeiten alle Opfer bringen müssen. Wir hoffen aber, dass mit Hausverstand vorgegangen wird. Viele Bergbauern besitzen große Gebäude, in denen lediglich Heu lagert und die sonst nichts zur Wertschöpfung beitragen. Eine übermäßige Besteuerung würde viele Betriebe im Berggebiet, die es bereits jetzt schwer haben, in enorme Schwierigkeiten bringen“, so SBB-Obmann Leo Tiefenthaler.„Druck auf Nebenerwerbsbauern steigt“Deutlich negative Auswirkungen auf den gesamten Bauernstand fürchtet der Südtiroler Bauernbund durch die zweifache Belastung der Nebenerwerbsbauern.„Rund 10.000 Landwirte in Südtirol gehen einer Tätigkeit außerhalb der Landwirtschaft nach. Die meisten investieren von dem damit verdienten Geld mehr in ihren landwirtschaftlichen Betrieb, als dieser für sie wieder abwirft“, so der Bauernbund.Tiefenthaler kritisiert: „Wenn diese Familien jetzt an beiden Fronten – als Arbeitnehmer und als Bauern – zur Kasse gebeten werden, ist der Druck noch größer, die landwirtschaftliche Tätigkeit endgültig an den Nagel zu hängen.“Zudem dürfe die Landwirtschaft nicht doppelt besteuert werden: direkt die einzelnen Betriebe und indirekt die gleichen Betriebe über eine Besteuerung der Genossenschaften. „Maßnahmen für Wirtschaftswachstum fehlen“Der Bauernbund fordert Maßnahmen zur Ankurbelung des Wirtschaftswachstums. „Die Regierung Monti hat, neben Steuererhöhungen, auch wirtschaftsfördernde Maßnahmen angekündigt. Von Letzteren ist derzeit, zumindest aus Sicht der Landwirtschaft, nichts zu sehen und im Gegensatz zur Wirtschaft auch nichts angekündigt. Wenn schon die Steuern steigen, sollten auch Maßnahmen gesetzt werden, die die Investitionen und den Konsum fördern. Denn nur mit mehr Wachstum ist der derzeitigen Schuldenkrise langfristig Herr zu werden“, erklärt Tiefenthaler.