Freitag, 13. Januar 2017

BBB: Weitere Ratingagentur senkt Italiens Kreditwürdigkeit

Schlechte Nachrichten für den italienischen Staat und die italienischen Banken: Die Ratingagentur DBRS hat die Kreditwürdigkeit von Italien um eine Stufe gesenkt.

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Die Bonitätsnote werde von bisher „A (low)“ auf „BBB (high)“ gesenkt, teilte die kanadische Ratingagentur am Freitag in Toronto mit. Der Ausblick für das neue Rating wurde auf stabil gesetzt. Es droht also keine weitere Herabstufung.

Politische Instabilität als Grund

Es sei unsicher, ob Italien politisch in der Lage sei, die notwendigen politischen Reformen durchzuführen, begründete DBRS seine Entscheidung. Zudem halte die Schwäche im italienischen Bankensektor an. DBRS verwies auf das schwache Wachstumsumfeld.

Nach dem gescheiterten Verfassungsreferendum dürfte es laut DBRS schwieriger sein, zusätzliche Reformmaßnahmen zu beschließen.

Vor allem für Banken ein Problem

Die Entscheidung könnte die Lage für die italienischen Banken verschärfen. Schließlich war DBRS die einzige Ratingagentur, die dem Land noch eine Note im A-Bereich gegeben hatte.

Wenn Banken jetzt italienische Staatsanleihen zur Refinanzierung bei der Europäischen Zentralbank (EZB) nutzen, müssen sie merklich höhere Abschläge hinnehmen. Dies dürfte insbesondere italienische Banken treffen. Die Entscheidung könnte aber auch die Finanzierung des italienischen Staates erschweren. Schließlich werden jetzt italienische Staatsanleihen für Anleger weniger attraktiv.

Andere Ratingagenturen bewerteten schon vorher schlecht

Die drei anderen Ratingagenturen hatten Italien bereits zuvor keine Noten mehr im als sehr sicher geltenden „A“-Bereich gegeben. So bewertet Fitch Italien wie DBRS mit „BBB+“. Moddy gibt mit „Baa2“ eine Note schlechter. Bei Standard & Poor's liegt Italien mit „BBB-“ nur noch eine Note über dem sogenannten Ramschbereich.

apa/dpa

stol