Mit dem Rückkauf der gesamten Anteile von Minderheitsaktionären soll das Management freie Hand bei entscheidenden Beschlüssen für die Zukunft des Konzerns erhalten, teilte die Modegruppe mit. Das Unternehmen stehe vor neuen Herausforderungen aufgrund der schwächeren Nachfrage auf dem Heimmarkt Italien und wegen der gestiegenen Rohstoffkosten.Die Minderheitsaktionäre halten noch 33 Prozent der Unternehmensanteile. Der Wert der Aktien, die nicht im Besitz der Familien-Holding Edizione stehen, wird auf rund 200 Mio. Euro geschätzt. Seit 25 Jahren ist der Konzern aus dem norditalienischen Ponzano Veneto an der Mailänder Börse notiert. Händler verwiesen auf Gerüchte, laut denen der größere spanische Rivale Inditex bei Benetton einsteigen will, der Bericht wurde jedoch umgehend vom Modekonzern dementiert.Inzwischen rätselt der Markt weiter um die Hintergründe des Börserückzugs. Offen ließ die Benetton-Familie, wann das Kaufangebot gemacht werden soll und welche Strategie damit verfolgt wird. Analysten zufolge würde die Familie freie Hand bei Unternehmensentscheidungen erhalten, ohne allzu viel dafür bezahlen zu müssen.Für das vergangene Jahr rechnet Benetton nun noch mit einem Nettogewinn von knapp über 70 Mio. Euro nach 102 Mio. Euro im Vorjahr. Auch die Aussichten für das laufende Jahr werden wegen des Konsumrückgangs in Italien eher skeptisch eingeschätzt. Benetton betreibt zwar rund 6400 Geschäfte in aller Welt, hängt aber vor allem vom Erfolg auf seinem Heimatmarkt ab.Die Mailänder Börsenaufsichtsbehörde Consob nimmt inzwischen den kräftigen Kursanstieg der Benetton-Aktie unter die Lupe. Am Montag hatte die Benetton-Aktien ein Plus 13,3 Prozent verzeichnet. Vor der Aussetzung vom Handel kletterte das Papier um weitere neun Prozent. Am Dienstag kündigte der Modekonzern dann an, dass es den übrigen Aktionären, die rund 33 Prozent der Unternehmensanteile halten, ein Kaufangebot vorlegen wollen. Insidertrading wird nicht ausgeschlossen.apa WEB http://www.benetton.it