Viele Jahre lang galt Benko als einer der reichsten Österreicher. Voriges Jahr hatte das US-Magazin „Forbes“ seinen Reichtum noch mit 6 Milliarden Dollar (5,5 Milliarden Euro) bewertet. Wie viel davon aktuell noch übrig ist? Unklar, sagen Insolvenzexperten.<BR /><BR />Kann es aber wirklich sein, dass der einstige Immobilien-Tycoon bankrott ist? Diese Frage haben sich die österreichischen Medien „News“ und „Krone“ gestellt und sich auf die Spur des Geldes begeben. <h3> „Ein höchst dubioser Geschäftsfall“</h3>Dabei sind sie auf eine Stiftung in Liechtenstein gestoßen, in der sich noch ein kleiner Schatz befinden könnte – womöglich auch dank Vermögensverschiebungen. „News“ spricht jedenfalls von einem „höchst dubiosen Geschäftsfall“, „der zu einer Zeit passierte, als die finanzmarode Signa-Gruppe bereits massiv von Zahlungsunfähigkeit bedroht war“.<BR /><h3> Die Stiftung in Liechtenstein</h3>Bei der Stiftung handelt es sich um die INGBE-Stiftung, die den Berichten zufolge im August 2014 im Fürstentum Liechtenstein gegründet wurde. Als Hauptstifterin scheine Benkos Mutter Ingeborg auf, als Nebenstifter Benko selber, Begünstigte seien seine minderjährigen Kinder und seine Mutter. <BR /><BR />Interessant: Die INGBE-Stiftung hat laut „News“ auch eine Verbindung zu Südtirol. Der langjährige Vertraute Benkos und Signa-Italia-Präsident, Heinz Peter Hager, saß demnach – Stand 2018 – im Beirat der Stiftung. <h3> Gold und Bares in Millionenhöhe</h3>Während die österreichischen Privatstiftungen von Benko finanziell allerdings wenig gut da stehen –Benkos Familienstiftung meldete kürzlich Insolvenz an und die Laura Privatstiftung soll über keine nennenswerten Gelder mehr verfügen –, ist die INGBE-Stiftung laut Informationen von „News“ und „Krone“ deutlich besser ausgestattet. <BR /><BR />Laut den Recherchen verfügte sie beispielsweise – zumindest noch vor knapp 2 Jahren – über „bemerkenswerte Goldbestände“ und „beachtliche Notgroschen“: So soll die Stiftung im Sommer 2022 bei mehreren Banken noch Gold im Wert von knapp 45 Millionen Euro gelagert haben – dazu kämen noch rund 2 Millionen Schweizer Franken und 2 Millionen US-Dollar in den Safes mehrerer Liechtensteiner Banken sowie – Stand Ende Juni 2022 – gut 23 Millionen Euro auf diversen Bankkonten. <h3> Das 46,3 Millionen Euro schwere Signa-Prime-Paket</h3>Nicht zuletzt war die Stiftung INGBE laut den Recherchen von „News“ und „Krone“ unter anderem an der Signa Prime Selection beteiligt, die bekanntlich Ende Dezember 2023 Insolvenz anmeldete. Und genau diese Beteiligung habe nur wenige Monate zuvor im Zentrum eines Deals gestanden, den „News“ und „Krone“ als „dubios“ bezeichnen.<BR /><BR />Ihren Recherchen zufolge hat die Stiftung am 18. August vergangenen Jahres ihre Signa-Prime-Anteile an die Dachgesellschaft Signa Holding verkauft. Seien die Aktien im Dezember 2021 in der INGBE-Stiftung noch mit rund 36,5 Millionen Euro bewertet gewesen, sei im August 2023 ein Verkaufserlös von 46,3 Millionen Euro erzielt worden. „Zu einem Zeitpunkt, als sich die Signa Holding als oberste offizielle Konzerngesellschaft bereits in massiven finanziellen Turbulenzen befand“, wie „News“ betont. <BR /><BR />Außerdem sollte nur kurz danach der Preis der Signa-Prime-Aktien „gegen Null tendieren, nachdem die Signa Prime Selection AG wenige Monate nach der Übertragung Insolvenz anmelden musste“, erklärt die „Krone“. Das Aktienpaket sei somit praktisch wertlos gewesen. <h3> Das Tauschgeschäft</h3>Noch am selben Tag aber, am 18. August, habe die INGBE-Stiftung der Signa Holding deren Anteile am Luxusresort „Villa Eden“ in Gardone Riviera abgekauft, – und zwar um genau denselben Preis: 46,3 Millionen. <BR /><BR />De facto habe also die Stiftung ihr Aktienpaket gegen die Traumimmobile am Gardasee getauscht. „Benko holt sich die schönen Luxusvillen am Gardasee in den Besitz seiner Stiftung – und gibt am selben Tag die INGBE-Anteile an der Signa Prime an die Signa Holding ab. Zu einem auffällig hohen Preis, von dem die Liechtensteiner Benko-Stiftung profitieren sollte“, schreibt „News“. <BR /><BR />„Die Signa-Holding-Gläubiger werden wenig später wenig Freude mit dem wertlosen Aktienpaket haben, das Benko anstelle der Luxusliegenschaft am Gardasee in die Signa-Holding transferieren hat lassen“, hält die „Krone“ fest.<BR /><BR />Ob diese „Last-Minute-Deals“ einer seriösen Marktbewertung standhalten, werden den Berichten zufolge Experten und Behörden klären müssen. <BR />