Dienstag, 08. Oktober 2019

Berglandwirtschaft: Aktionsplan befördert Kooperation und Forschung

Wie die Umsetzung des Aktionsplans für Forschung und Ausbildung in Berglandwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften voranschreitet, darum ging es am Montag bei einer Tagung in Dietenheim bei Bruneck.

An die hundert Interessierte informierten sich gestern in Dietenheim über die Umsetzung des Aktionsplans zur Berglandwirtschaft.
Badge Local
An die hundert Interessierte informierten sich gestern in Dietenheim über die Umsetzung des Aktionsplans zur Berglandwirtschaft. - Foto: © LPA/Antonella Nardella

Pflanzenschutzfragen für Beeren- und Steinobstkulturen beantworten oder Kapazitäten in der Milchviehhaltung sowie der Rindermast ausloten - das sind nur zwei der Maßnahmen, die der Aktionsplan für die Forschung und Ausbildung in den Bereichen Berglandwirtschaft und Lebensmittelwissenschaften vorangetrieben hat.

Landesrat Arnold Schuler präsentierte am Montag gemeinsam mit Fachleuten der Universität Bozen und des Versuchszentrums Laimburg an der Fachschule Dietenheim bei Bruneck die Arbeiten zum Aktionsplan. Der Plan war im Herbst 2015 von der Landesregierung beschlossen worden. Die Arbeiten starteten 2016 zunächst für die Dauer von fünf Jahren.

Milchwirtschaft: Aufgaberate stoppen

Der Landesrat für Landwirtschaft beleuchtete die Ausgangssituation, nach der 90 Prozent der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche keine Intensivkulturen, sondern Grünlandflächen seien, die überwiegend der Milcherzeugung dienten.

Etwa 1,5 bis zwei Prozent der Milchvieherzeuger schieden jährlich aus der Produktion aus, wodurch sich der Anteil an Brachflächen erhöhe. „Die Aufgaberate liegt zwar deutlich unter der anderer Regionen Europas“, stellte Landesrat Schuler klar, diese Entwicklung sei trotzdem zu stoppen und ein höheres Einkommen für alle Betriebe sei zu generieren. Deshalb habe die Landesregierung diesen Aktionsplan genehmigt, der zudem die Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen stärken solle.

In Köpfe investieren

„Dank des Aktionsplans konnten wir vor allem in Know-how, das heißt in Köpfe, investieren“, sagte Michael Oberhuber, Direktor des Versuchszentrums Laimburg. Auch Professor Matthias Gauly von der Freien Universität Bozen verwies darauf, dass die Mittel des Aktionsplans eine Aufstockung der Stellen in den verschiedenen Bereichen der beteiligten Institutionen ermöglicht habe. Die enge Zusammenarbeit mit allen Stakeholdern schaffe Synergien und neue Kooperationsmöglichkeiten, waren sich die Kooperationspartner einig.


Am Versuchszentrum Laimburg konnte beispielsweise der Bereich Beeren- und Steinobst personell verstärkt werden.

So könnten vielfältige Aufgaben auch im Hinblick auf Kulturen wie Marille, Erdbeere, Süßkirsche oder Kastanie abgedecken und auch Problematiken des Pflanzenschutzes dieser Kulturen zu bearbeiten, erklärte Massimo Zago, der Leiter der Arbeitsgruppe „Beeren- und Steinobst“.

Im Bereich Berglandwirtschaft liegen die Arbeitsschwerpunkte auf Fleisch, Milch, Stein- und Beerenobst, Gemüse sowie auf Getreide und Kräuter. Im Lebensmittelbereich stehen Speck, Wurst, Marmeladen, Säfte, Destillate, Mehl, Backwaren und Bier im Brennpunkt.

Versuche mit Futter-Wiegetrögen

An der Fachschule Dietenheim wurden gestern auch die ersten Ergebnisse aus den verschiedenen Bereichen vorgestellt. Im Gutsbetrieb des Versuchszentrums Laimburg „Mair am Hof“ in Dietenheim wurden in Zusammenarbeit mit der Universität Bozen Versuchskapazitäten im Bereich der Milchviehhaltung sowie der Rindermast aufgebaut.

Nach Umbaumaßnahmen des bestehenden Milchviehstalles und Installationen von neuester Technik, wie Futter-Wiegetrögen, haben die Versuche dieses Jahr begonnen. Auch in Dietenheim steht der Vergleich von Low- und High-Input Systemen, das heißt der Vergleich der Produktionsintensitäten, im Vordergrund. Damit wird dem Tierwohl und der Tiergesundheit ein besonderes Augenmerk geschenkt. Interessierte können sich in Dietenheim ein Bild davon verschaffen.

Finanzierung über das Jahr 2020 hinaus

Die Arbeiten in dem Bereich werden weitergeführt und dafür stellt die Landesregierung auch nach 2020 Mittel zur Verfügung. Landesrat Schuler dazu: „Die Kontinuität ist wichtig, um auch weitere Ergebnisse zu erzielen. Die Zeiten ändern sich und so verändert sich auch die Landwirtschaft. Eine enge Zusammenarbeit mit der Forschung ist ausschlaggebend, um Möglichkeiten aufzuzeigen, wie Probleme gelöst werden können.“

lpa/stol