Freitag, 06. Mai 2016

Bergmilch: Gutes Geschäftsjahr, aber Zukunftssorgen

Die Bergmilch Südtirol blickt auf ihr bisher bestes Geschäftsjahr zurück. Bei der Vollversammlung am Freitag wurde eine durchwegs positive Bilanz über das Geschäftsjahr 2015 gezogen. Doch es gibt auch Anlass zur Sorge: Die erwartete Entwicklung für gibt nämlich wenig Anlass zur Euphorie.

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Foto: © shutterstock

Das abgelaufenen Geschäftsjahr war für die Bergmilch Südtirol von einer „gesunden wenn auch allgemein schwierigen Marktlage geprägt“, heißt es in einer Aussendung. „Für uns war 2015 im Grunde ein perfektes Jahr, wir sind gut gewachsen und haben gezeigt, dass wir zu den besten Milchhöfen im Land gehören können“, sagte Obmann Joachim Reinalter bei der Vollversammlung. Die Bergmilch habe bewiesen, dass sie unter normalen Rahmenbedingungen gute Preise für die Milchbauern erzielen könne.

Die 2646 Mitglieder der Bergmilch Südtirol lieferten im abgelaufenen Geschäftsjahr 185,2 Millionen Kilogramm Milch an - um 0,3 Prozent weniger als 2014. Zudem wurde knapp über eine Millionen Ziegenmilch angeliefert. Für die angelieferte Milch erhielten die Mitglieder der Bergmilch laut Aussendung insgesamt 100,9 Millionen Euro inklusive Mehrwertsteuer und damit um rund 3,8 Millionen Euro mehr als 2014. „Wir konnten den durchschnittlichen Auszahlungspreis trotz Kostensteigerungen und dem anhaltenden Trend hin zu Billiganbietern um 3,4 Prozent auf 54,50 Cent je Kilogramm Milch steigern“ sagte Bergmilch-Direktor Robert Zampieri.

Was den Nettoumsatz anbelangt, so konnte dieser 2015 auf 195 Millione Euro weiter gesteigert werden, heißt es in der Aussendung. Rund 56 Prozent des Nettoumsatzes wurden auf dem italienischen Markt, 32 Prozent in der Region Trentino-Südtirol und 12 Prozent im Ausland abgesetzt.

Völlig konträr zum Geschäftsjahr 2015 wurde bei der Vollversammlung die Entwicklung für 2016 bewertet: Das Ende der Milchquoten, das Russlandembargo, das eingebremste Wachstum der Asienmärkte und der Einbruch der Erdölpreise hätten zu einer bisher nicht gekannten Krise des Milchmarktes geführt. „Wir sehen die Entwicklung äußerst kritisch und mit Sorge, denn der europäische Michmarkt ist mehr als übersättigt. Für jegliche Mehranlieferung gibt es keinen Markt mehr“, sagte Direktor Zampieri.

stol

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