Bis August soll der am Freitag bestellte neue Geschäftsführer Technik des Flughafens, Horst Amann, prüfen, ob dieser Termin zu halten sei, teilte der Aufsichtsratschef und Regierende Bürgermeister von Berlin, Klaus Wowereit, mit.Insgesamt fast 1,2 Milliarden Euro zusätzliche Kosten und Kostenrisiken hat der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Freitag zusammengerechnet. Sie kommen zum bisherigen Budget von gut drei Milliarden Euro hinzu. Allein 591 Millionen Euro könnten nach Wowereits Worten zusätzliche Maßnahmen für den Schallschutz kosten, der nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg verbessert werden muss.Weitere 586 Millionen Euro an Kosten und -risiken erwachsen unter anderem aus dem Weiterbetrieb der Flughäfen Tegel und Schönefeld, aus Schadenersatzforderungen, zusätzlichen Baukosten und einer Risikovorsorge, wie Flughafenchef Rainer Schwarz erläuterte. Ebenfalls bis August soll die Flughafengesellschaft einen Plan zur Finanzierung dieser Kosten vorlegen. Mängel beim BrandschutzHintergrund für die Verschiebung des ursprünglich geplanten Betriebsstarts Anfang Juni waren Mängel beim Brandschutz. Die für die Brandschutzanlage zuständigen Firmen Siemens, Bosch und Imtech hatten Mitte Mai endgültige Planungsunterlagen binnen vier Wochen angemahnt. Nur dann lasse sich der 17. März 2013 einhalten, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Bedenken über die Einhaltung des Termins hatte auch der Landkreis Dahme-Spreewald geäußert, in welchem der neue Flughafen liegt und der ihn genehmigen muss.Neuer technische Leiter ernanntFür das Debakel um den Flughafen, das in ganz Deutschland Aufsehen erregte, wurden Planungschef Manfred Körtgen sowie die Planungsfirma PG BBI gefeuert. Der neue technische Leiter Horst Amann hatte bereits am Frankfurter Flughafen den Ausbau koordiniert. Er gelte in der Branche als sehr bauerfahren und durchsetzungsstark, erklärte die Flughafengesellschaft ausdrücklich. Amann werde seine neue Tätigkeit zum 1. August 2012 aufnehmen.Haupteigentümer des neuen Großflughafens Berlin-Brandenburg sind die beiden Bundesländer. Der Bund hält 26 Prozent. Der Flughafen wäre der drittgrößte Deutschlands hinter Frankfurt und München. apa/reuters