„Es gibt die offizielle Aufforderung der Regierung an ihn zurückzutreten“, sagte Berlusconi am Donnerstag nach einer Kabinettssitzung in Rom. „Um Frankreichs Zustimmung für unseren Kandidaten für den EZB-Chefposten, Mario Draghi, zu bekommen, ist es nötig, dass wieder ein Franzose in das EZB-Direktorium einzieht, was nur mit einem Rückzug Bini Smaghis möglich wäre“, sagte Berlusconi zu Journalisten.Die Staats- und Regierungschefs der Euro-Ländern wollen den bisherigen Notenbankchef Italiens, Mario Draghi, in der kommenden Woche zum Nachfolger Jean-Claude Trichets als Chef der Europäischen Zentralbank (EZB) küren. Trichets Amtszeit endet regulär Ende Oktober nach acht Jahren. Mit dem Einzug Draghis und dem Ausscheiden Trichets wäre kein Franzose mehr, dafür aber zwei Italiener im sechsköpfigen EZB-Direktorium vertreten. Bini Smaghis Amtszeit endet offiziell Ende Mai 2013. Er kann nach den europäischen Regeln nicht zum Amtsverzicht gezwungen werden. Es war zuletzt spekuliert worden, dass sich Bini Smaghi einen Rückzug teuer bezahlen lassen könnte, entweder durch einen Postentausch mit Draghi an die Spitze der Banca d'Italia oder einen anderen wichtigen Posten. Die EZB wollte sich zunächst nicht zu den Aussagen Berlusconis äußern.