Donnerstag, 22. Dezember 2016

Berlusconi wirft Vivendi „Erpressung“ vor: „Wir kämpfen weiter“

Der italienische Ex-Premier Silvio Berlusconi, Eigentümer der TV-Gruppe Mediaset hat dem französischen Medienkonzern Vivendi „Erpressung“ vorgeworfen. Vivendi hat diese Woche seinen Anteil an Mediaset auf 26 Prozent aufgestockt. „Wir sind in einem Krieg und wir kämpfen weiter“, so Berlusconi nach Medienangaben am Mittwochabend.

Silvio Berlusconi wirft dem französischen Medienkonzern Vivendi „Erpressung“ vor.
Silvio Berlusconi wirft dem französischen Medienkonzern Vivendi „Erpressung“ vor. - Foto: © LaPresse

Gegen Vivendis feindliche Strategie hofft Berlusconi auf die Hilfe der Justiz. Der Mediaset-Mutterkonzern Fininvest hat bei der Mailänder Staatsanwaltschaft Klage gegen Vivendi wegen Marktmanipulation eingereicht. „Die Justiz muss uns recht geben“, sagte Berlusconi.

Berlusconi schließt Übernahme aus

Eine Übernahme Mediasets Vivendis schloss der Ex-Premier entschieden aus. Es sei ein Ding der Unmöglichkeit, dass er die Mediaset-Kontrolle verliere. „Ich kann mir nicht einmal vorstellen, dass Mediaset nicht von meiner Familie geführt wird“, so Berlusconi. Die Mailänder Börsenaufsichtsbehörde Consob hat Vivendis CEO Arnaud de Puyfontaine zu einem Gespräch am kommenden Freitag eingeladen. Dabei soll de Puyfontaine über Vivendis Pläne in Zusammenhang mit dem massiven Aktienaufkauf bei Mediaset informieren. Vivendi wollte den Schritt der Börsenaufsicht nicht kommentierten.

Streit dauert seit Monaten an

Vivendi und Mediaset liegen seit Monaten im Streit, nachdem die Franzosen die Details einer vereinbarten Allianz neu aushandeln wollten. Eigentlich wollten die Unternehmen eine gemeinsame Plattform zum weltweiten Vertrieb von TV-Inhalten schaffen - in französischen Medien war von einem „europäischen Netflix“ die Rede.

apa

stol