Freitag, 10. Juli 2015

Berlusconis Fininvest muss Rivalen De Benedetti Schäden zahlen

Die Industriegesellschaft CIR unter Kontrolle des italienischen Großunternehmers Carlo De Benedetti erhält eine Entschädigung von 246.000 Euro von der Medienholding Fininvest des Ex-Premiers Silvio Berlusconi.

 Carlo De Benedetti (r.) freut sich. Widersacher Silvio Berlusconi nicht so sehr.
Carlo De Benedetti (r.) freut sich. Widersacher Silvio Berlusconi nicht so sehr.

Der Beschluss wurde am Freitag von einem Zivilgericht in Mailand gefasst. CIR hatte ursprünglich eine Entschädigung von 30 Millionen Euro verlangt.

Berlusconi kauft sich Richter und erhält Medienimperium

Die Entschädigung deckt die ideellen Schäden, die CIR durch ein Gerichtsurteil aus dem Jahr 1991 erlitten hatte, mit dem Berlusconis Fininvest die Kontrolle über Mondadori erhielt. Ein Strafgericht hatte Jahre später geurteilt, dass der damalige Richterspruch „gekauft“ worden war – Berlusconi wurde wegen Verjährung jedoch dafür nie belangt.

Mit der Übernahme von Mondadori erhielt Berlusconi die Kontrolle über eine Reihe einflussreicher Zeitungen und Wochenmagazine. Seinem Widersacher De Benedetti gehören die Zeitung „La Repubblica“ sowie die Wochenzeitung „L'Espresso“. 

Bereits 541 Millionen Euro bezahlt

Wegen dieses gekauften Richterspruchs war Fininvest im Jahr 2013 zur Zahlung einer Entschädigung für Vermögensschäden von 541 Millionen Euro verurteilt worden.

CIR verlangte vor Gericht auch eine Entschädigung für die ideellen Schäden. 

dpa

stol