Mittwoch, 04. September 2019

Berlusconis Mediaset beschließt Änderung der Konzernstruktur

Der italienische Medienkonzern und neue ProSiebenSat.1-Großaktionär Mediaset hat am Mittwoch eine Änderung seiner Firmenstruktur beschlossen. Der vom ehemaligen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi und seiner Familie kontrollierte Konzern, der auch in Spanien Fernsehsender betreibt, beschloss eine Verlagerung seines juristischen Sitzes in die Niederlande.

Mediaset betonte in einer am Mittwoch veröffentlichten Presseaussendung, dass Ziel der Änderung in der Konzernstruktur die Umwandlung des Unternehmens in eine große gesamteuropäische Mediengesellschaft sei. - Foto: Ansa
Mediaset betonte in einer am Mittwoch veröffentlichten Presseaussendung, dass Ziel der Änderung in der Konzernstruktur die Umwandlung des Unternehmens in eine große gesamteuropäische Mediengesellschaft sei. - Foto: Ansa

Die neue Dachgesellschaft mit dem Namen MediaforEurope (MFE) soll neben dem italienischen Kernunternehmen auch die spanische Tochter Mediaset Espana umfassen, teilte der Konzern mit. Mediaset will eine Holding mit Sitz in Amsterdam schaffen, die die Italiener ihrem Ziel eines Unterhaltungskonzerns in ganz Europa näher bringen soll.

Für die Änderung der Konzernstruktur stimmten am Mittwoch 78 Prozent der Aktionäre des Konzerns, der mehrheitlich unter Kontrolle der Medienholding Fininvest steht. Gegen die Fusion stimmte der Minderheitsaktionär und französische Medienkonzern Vivendi. Auch Vivendi strebt ein europäisches Medienimperium an, das mit einer Art „Euroflix“ dem US-Streaming-Dienst Netflix Paroli bieten soll. Netflix und auch Amazon jagen traditionellen Anbietern wie Mediaset und ProSieben, aber auch RTL immer mehr, vor allem junge Zuschauer ab. Mediaset hatte Ende Mai eine Beteiligung von 9,6 Prozent an der deutschen ProSiebenSat.1 gemeldet und ist damit deren größter strategischer Aktionär.

Mediaset betonte in einer am Mittwoch veröffentlichten Presseaussendung, dass Ziel der Änderung in der Konzernstruktur die Umwandlung des Unternehmens in eine große gesamteuropäische Mediengesellschaft sei.„Diese Umwandlung ist notwendig, um uns der Herausforderung eines globalen Markts zu stellen“, verlautete es aus dem Konzern.

apa

stol