Eurochambres ist die Vereinigung der Europäischen Industrie- und Handelskammern: Sie vertritt über ein Netz von 1700 regionalen und lokalen Handelskammern, die in 44 nationale Systeme zusammengefasst sind, die Interessen von rund 20 Millionen Unternehmen aus 44 europäischen Ländern.Bei der 116. Generalsversammlung am vergangenen Freitag in Brüssel wurde der Präsident der Handelskammer Bozen Michl Ebner in seiner Funktion als Vizepräsident von Eurochambres bestätigt. Ebner bleibt somit der oberste Vertreter der italienischen Delegation bei der Dachorganisation.250 Millionen Euro für betroffene UnternehmenDas Thema, das die Vertreter der Kammern aus ganz Europa im Rahmen der Generalversammlung von Eurochambres am intensivsten beschäftigte, waren die Wirtschaftssanktionen der EU gegenüber Russland und das Importverbot vonseiten der russischen Föderation als Reaktion darauf.Vincent Degert, Referatsleiter für Russland beim Europäischen Auswärtigen Dienst, sprach in der Hauptrede der Versammlung unter dem Titel „Das Verhältnis EU-Russland und die Auswirkungen der Sanktionen“.Es folgte eine Debatte über die Maßnahmen der EU zum Schutz der europäischen Wirtschaftstreibenden vor dem von Russland als Reaktion auf die EU-Sanktionen verhängten Importverbot. Dabei war es Michl Ebner, der die Frage nach den finanziellen Unterstützungsmaßnahmen der EU aufs Tapet brachte.Durch Kompensationsmaßnahmen der EU sollen voraussichtlich 250 Millionen Euro für betroffene Unternehmen zur Verfügung gestellt werden. Davon werden 125 Millionen für Produzenten leicht verderblicher Obst- und Gemüsesorten veranschlagt. Auch sollen die Betriebe bei der Erschließung neuer Märkte als Alternative zu Russland unterstützt werden. Handelskammerpräsident und Eurochambres-Vizepräsident Ebner: „In Südtirol sind besonders die Apfelproduzenten vom Importverbot betroffen. Für diese sind die Maßnahmen der EU eine sinnvolle Unterstützung, weil sie dazu beitragen können, die Verluste zu minimieren. Außerdem kann die Erschließung neuer Märkte für Südtiroler Äpfel langfristig von Vorteil sein.“