Die Provinz habe in der Krise gut gearbeitet, nun brauche es aber einen Mentalitätswechsel, und zwar in mehreren Bereichen, so Ebner.„Heute verlangen wir für alles den Eingriff des Landes. Man versucht immer, die eigene Verantwortung an die öffentliche Hand zu delegieren. Das ist falsch: Unsere Gesellschaft muss weg vom Assistentialismus, sie braucht mehr Eigenverantwortung“, betont Ebner im Interview.Das Land müsse jene Bereiche privatisieren, in denen es die öffentliche Hand nicht brauche und die Bevölkerung müsse mehr Verantwortung übernehmen.Um der Privatwirtschaft mehr Raum zu geben, müsse das Land zudem das Problem der Bürokratie entschieden angehen, hier brauche es mutige Entscheidungen.„Wenn ein Patient schwer krank ist, kann man ihn nicht mit Aspirin heilen. Es reicht nicht, dass herumgeflickt wird, es braucht radikale Maßnahmen. Dasselbe gilt beim Thema Bürokratie. Hier muss man mit der Axt eingreifen“, so Michl Ebner.Eine weitere Forderung des ehemaligen Abgeordneten im EU-Parlament ist der Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen in Südtirol.„Auf europäischer Ebene sind wir im Nachteil. Wir liegen auf dem 149. Platz von 192 Regionen. Erreichbar zu sein, ist aber das Um und Auf. Wer zu gewissen Eingriffen im Verkehrsbereich Nein sagt, trägt einen politischen Kampf aus. Der Hausverstand sagt aber, dass der Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen notwendig ist“, betont Ebner. „Die A22 ist ein Flaschenhals.“Die Südtiroler forderten richtigerweise Straßen bis zum letzen Hof. „Deshalb muss es auch Straßen geben, auf denen Waren und Touristen frei verkehren können. In diesem Sinne ist eine dritte Autobahnspur im Unterland bis Bozen Süd notwendig“, betont der Handelskammerpräsident, der auch für einen funktionierenden Flugplatz eintritt und sich für den Brennerbasistunnel ausspricht.Um die lokale Wirtschaft darüber hinaus zu stärken, fordert Ebner seitens vom Land und von den Unternehmern ein neues Denken. Das Land brauche im Bereich Forschung ein besseres und effizienteres Gesetz. Ebner nimmt aber auch die Unternehmer in die Pflicht. „Sie müssen auf Zusammenarbeit setzen und weniger an sich, als an Gemeinsamkeiten denken. Die Handelskammer wird heuer großen Wert auf diesen Aspekt legen“, so Ebner. stolSind Sie für oder gegen eine dritte Autobahnspur? Stimmen Sie im STOL-Ted darüber ab!