<BR /><BR />Betrüger werden immer professioneller: Das beweist einmal mehr die neue Masche, vor der Verbraucherschützer warnen. Besonders fies: Die Kriminellen nutzen für diesen neuen Trick den offiziellen Chatdienst von Booking.com. <BR />Wer auf der Reiseplattform öfters schon gebucht hat, kennt diesen Messengerdienst wahrscheinlich. Über diesen internen Chat können Hotel und Kunde sich direkt Nachrichten schicken, um sich etwa zu den Anreise-Informationenen auszutauschen. <BR />Erhält man auf diesem Weg eine Nachricht vom Hotel, wird man daher selten argwöhnisch – doch immer wenn es um heikle Daten geht, sollte man eine Extra-Portion Vorsicht walten lassen. <BR /><h3> „Sonst wird ihre Buchung storniert“</h3><BR />Denn so schlagen die Täter zu: Der Kunde reserviert sein Hotelzimmer auf Booking.com, gibt alle Daten ein, schließt die Buchung ab und freut sich auf den bevorstehenden Urlaub. <BR />Doch dann das Ärgernis: Über den Booking.com-Messengerdienst erhält er eine Nachricht, die scheinbar von seinem gebuchten Hotel stammt, in der ihm mitgeteilt wird, dass mit der Buchung etwas nicht funktioniert habe. <BR />Man müsse die Kreditkartendaten erneut eingeben und zwar auf der Seite, zu der ein mitgeschickter Link führt. „Wir bitten Sie, Ihre Karte zu verifizieren. Das muss innerhalb von 12 Stunden erfolgen. Sonst wird Ihre Buchung storniert.“ So oder ähnlich sind die Mitteilungen formuliert. <h3> Link führt zu geklonter Seite</h3>Und die Seite, auf der man dann über den Link landet, schaut zwar aus wie von Booking.com, doch in Wahrheit handelt es sich um einen von Hackern erstellten Klon. Täuschend echt macht die Seite auch die Tatsache, dass alle Reisedaten (der Name des Kunden und des gebuchten Hotels, Tag der An- und Abreise und auch der Preis) schon ausgefüllt sind – nur die Kreditkartennummer fehlt noch. <BR />Vielfach haben die Nutzer dann ihre Kreditkartendaten ein zweites Mal eingegeben – und damit ihr Budget für die Urlaubsunterkunft an die Betrüger überwiesen, wie die italienische Konsumentenschutzvereinigung Unione consumatori berichtet. Sie haben somit 2 mal gezahlt: an die Unterkunft und die Kriminellen. <BR /><h3> Auch einige Betroffene in Südtirol</h3><BR />Seit Jahresbeginn warnen Verbraucherschützer vor diesem neuen Trick, in letzter Zeit haben sich die Fälle aber gehäuft. Auch Südtiroler waren bereits betroffen. <BR />„Wir kennen einige Fälle, in denen Verbraucher auf diesem Weg betrogen wurden“, berichtet Stefano Albertini, Leiter des Europäischen Verbraucherzentrums in Bozen. Zum Glück seien es bislang nur wenige, an die 10, doch Albertini schließt nicht aus, dass es mehr Opfer geben könnte. „Nicht jeder Betroffene wendet sich vielleicht an uns.“ Zumal es in solchen Fällen schwierig sei, die ergaunerte Summe wieder zurückzuholen. <BR /><BR />„Das Problem ist, dass es für Nutzer nicht zu erkennen ist, dass sie dabei sind, Opfer eines Betruges zu werden, weil die geklonte Seite wirklich ausschaut wie eine von Booking.“ Dass die Nachricht über den offiziellen Chatdienst von Booking.com verschickt wird, mache es natürlich nochmal schwieriger, den Betrug zu wittern. <BR /><h3> Kriminelle hacken die Hotels</h3><BR />In manchen Fällen schicken die Kriminellen sogar parallel noch zusätzlich eine Nachricht via Whatsapp – unter dem Namen des gebuchten Hotels. Und wieder mit einem Link zur Kreditkartenbestätigung, wobei vorgegeben wird, eine zusätzliche Kartengarantie zur Sicherung der Buchung zu brauchen. <BR /><BR />Booking.com selbst hat auf Medienanfragen hin bislang stets versichert, dass die Systeme des Buchungsportals nicht gehackt worden seien. Vielmehr seien Hotels und Unterkünfte „Opfer sehr überzeugender Phishingattacken geworden“ . <BR /><BR />„Um zu den Nutzerdaten zu kommen, müssen die Betrüger zuerst die Hotels hacken, die mit Booking.com zusammenarbeiten, um dann in deren Namen die Nachrichten verschicken zu können“, sagt auch Unione consumatori. <BR />Dadurch erkläre sich auch, weshalb auf der geklonten Booking.com-Seite alle Buchungsdaten enthalten sind. <BR /><h3> Tipps, um sich zu schützen</h3><BR />Doch wie kann man sich schützen?<BR />Zunächst einmal raten Verbraucherschützer, am besten die Möglichkeit „Zahlung in der Unterkunft“ zu verwenden, sofern diese das anbietet.<BR />Zudem gilt: „Bleiben Sie immer aufmerksam und tätigen Sie nie Zahlungen außerhalb der Plattform“, betont Albertini vom EVZ. <BR />Auch persönliche Daten sollten nur auf der offiziellen Booking-Seite oder -App eingegeben werden. <BR />Und wenn dann nach der Buchung eine Mitteilung eintrifft, dass etwas schief gegangen sei, wende man sich am besten an den Kundenservice der Buchungsplattform oder telefonisch an die gebuchte Unterkunft, so die Verbraucherschützer. <BR />Denn Booking.com betont, „dass in der Regel bei keiner legitimen Transaktion von einem Kunden verlangt wird, sensible Informationen wie Kreditkartendaten per E-Mail, Chat-Nachricht, SMS, WhatsApp oder Telefon anzugeben“.<BR /><BR />Ist man den Betrügern leider dennoch auf den Leim gegangen, sollte man sofort die Kreditkarte sperren lassen, den Betrug bei der Polizei anzeigen und bei Booking.com melden, so die Konsumentenschützer. <BR />Und wie hoch stehen die Chancen, dass man den Betrag über die Kreditkartengesellschaft rückerstattet bekommt? Das kommt darauf an. Aber wenn man die Transaktion mit der strengen Kundenauthentifizierung (mit Einmal- und Key6-Passwort) bestätigt hat, dann schaut es für die Nutzer leider eher schlecht aus. Denn dann erachten die Kreditkartengesellschaften dieses Handeln für fahrlässig.