Donnerstag, 09. April 2020

Bewusster Konsum in Südtirol immer wichtiger

In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für einen nachhaltigen und verantwortungsvollen Konsum gestiegen. Eine aktuelle Erhebung des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung zeigt, dass Aspekte wie Regionalität, biologische Produktion und Fairer Handel für die meisten Südtiroler Konsumenten eine wichtige Rolle spielen. Diese Aspekte wurden am Donnerstag bei einem lockeren und interaktiven Online-Event diskutiert.

Bewusster Konsum wird immer wichtiger.
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Bewusster Konsum wird immer wichtiger. - Foto: © shutterstock
Zunächst stellte WIFO-Mitarbeiterin Denise Frötscher kurz die Ergebnisse der Erhebung zum Fairen Handel in Südtirol vor: Fast die Hälfte der Südtiroler Bevölkerung kennt Fair Trade Produkte. Mit dem Begriff „Fair Trade“ verbinden sie hauptsächlich die Unterstützung von wirtschaftlich benachteiligten Produzenten, eine faire Bezahlung und die Sicherstellung guter Arbeitsbedingungen.

Die große Mehrheit (86,7 Prozent) von jenen, die Fair Trade Produkte kennen, haben in den letzten drei Monaten auch welche gekauft; 35,9 Prozent mehr als drei Mal. Dabei griffen sie am häufigsten zu fair gehandelter Schokolade, Kaffee und Bananen, während Nicht-Lebensmittel nur eine geringe Rolle spielen.

Immer mehr Menschen legen Wert auf eine gesunde Ernährung mit saisonalen und einheimischen Produkten. Südtirol genießt als Erzeuger hochwertiger heimischer Produkte einen ausgezeichneten Ruf. Hannes Knollseisen vom Südtiroler Bauernbund gab einen Überblick über die Direktvermarktung in Südtirol und erklärte, auf welche Herausforderungen die Bauern bei der Vermarktung ihrer Produkte stoßen.

Fairer Handel und Regionalität

Auf den ersten Blick stellen die Konzepte Fairer Handel und Regionalität vielleicht einen Gegensatz dar, dennoch zeigen sich einige Parallelen. Die Realitäten vor Ort, wo die Produkte geerntet bzw. hergestellt werden, sind recht ähnlich: Es sind kleine Produzent/innen, die gelegentlich auch mit Engpässen und Kapazitätsgrenzen zu kämpfen haben. Außerdem geht es bei beiden Ansätzen um einen bewussten und verantwortungsvollen Einkauf. Mit dem sogenannten „Domestic Fair Trade“ wurde schon vor einigen Jahren beschlossen, dass auch ausgewählte regionale Produkte in das Sortiment eines Weltladens aufgenommen werden dürfen, ergänzt Rudi Dalvai, Präsident der World Fair Trade Organization von 2011 bis 2019.

„Das große Interesse an unserem ersten Online-Event zeigt, dass den Südtiroler Konsumenten der bewusste Konsum am Herzen liegt. Bei der angeregten Diskussionsrunde konnten sich die Teilnehmer auch aktiv einbringen“, freut sich WIFO-Direktor Georg Lun.

stol