Mittwoch, 04. September 2019

Bezahlen im Netz wird sicherer – und komplizierter

Künftig sollen Onlinebanking und das Bezahlen im Internet sicherer werden. So will es die neue EU-Zahlungsdienste-Richtlinie. Der Preis für mehr Sicherheit? Es wird auch alles etwas komplizierter. Der „WIKU“ hat sich in Südtirol umgehört.

Mit wenigen Klicks im Internet shoppen und bequem mit der Kreditkarte zahlen – das war einmal. Demnächst wird es eine sogenannte 2-Faktor-Authentifizierung brauchen, um den Kauf freizugeben. - Foto: APA/DPA
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Mit wenigen Klicks im Internet shoppen und bequem mit der Kreditkarte zahlen – das war einmal. Demnächst wird es eine sogenannte 2-Faktor-Authentifizierung brauchen, um den Kauf freizugeben. - Foto: APA/DPA

Mit wenigen Klicks im Internet shoppen und bequem mit der Kreditkarte zahlen – das war einmal. Demnächst wird es eine sogenannte 2-Faktor-Authentifizierung brauchen, um den Kauf freizugeben. Das sieht die zweite EU-Zahlungsdienste-Richtlinie (PSD 2) vor, mit der die Europäische Union Online-Betrügern das Leben schwerer machen will.

Genügten bei der Kreditkarte beispielsweise bisher Kartennummer, Ablaufdatum und der dreistellige Prüfcode beim Bezahlen im Netz, muss künftig noch ein weiteres Sicherheitsmerkmal hinzukommen, zum Beispiel eine Transaktionsnummer, ein per Smartphone übermittelter Fingerabdruck oder Gesichtserkennung.

Das gilt auch fürs Internetbanking. Bankkunden müssen dann grundsätzlich jede Onlineüberweisung und jede Kartenzahlung mit einer solchen starken Kundenauthentifizierung  freigeben.

Mehr Sicherheit bedeutet auch mehr Komplexität

Mehr Sicherheit: Das klingt erstmal gut aus Kundensicht. Wenn da nicht das Andererseits wäre:  „Mehr Sicherheit bringt immer auch die Bürde von mehr Komplexität mit sich“, räumt Paolo Riva gegenüber dem „WIKU“ ein, der bei der Volksbank für das Virtual Banking verantwortlich ist. Die Volksbank hat mit Juni die 2-Faktor-Authentifizierung für ihre Kunden eingeführt und sich an die rechtlichen Vorgaben angepasst. Nun gehe es darum, die Authentifizierung für die Kunden zu vereinfachen – ohne die höheren Sicherheitsstandards zu vernachlässigen, erklärt Riva.

Hier ein Passwort mehr, da ein weiterer Pin-Code: Das  kann im Onlinehandel ein zweischneidiges Schwert, sagt Karl Untertrifaller, der beim Handels- und Dienstleistungsverband (hds) das Thema betreut. „Mehr Sicherheit für den Endverbraucher ist sicherlich willkommen, damit nicht jeder, der die Kreditkarte in der Hand hat, auch damit zahlen kann. Aber das könnte sich eventuell auch negativ auswirken: Denn je größer die Hürden beim Onlinegeschäft, desto größer ist das Risiko, dass der Käufer abspringt.“

Weshalb die EU-Vorgaben Onlinehändler und Zahlungsdienstleister in ganz Europa vor Probleme stellen und weshalb die Südtiroler Internetshops großteils nur am Rande betroffen sind, lesen Sie im aktuellen „WIKU“.

stol