Ein solches Angebot könnte im kommenden Jahr fertig sein. Deutsche Medienhäuser reagierten am Donnerstag verhalten positiv auf die Ankündigung aus den USA. Sie setzen weiterhin hauptsächlich auf werbefinanzierte Nachrichtenangebote im Netz.Mit dem vorgelegten Konzept reagierte Google auf einen Aufruf des amerikanischen Zeitungsverleger-Verbandes NAA, Ideen für Medien- Geschäftsplattformen einzubringen. Andere Beiträge kamen unter anderem von IBM und Oracle. Für den deutschen Medienmarkt hat Google eigenen Angaben zufolge derzeit nichts dergleichen in Planung.Der Vorschlag von Google ist deshalb besonders interessant, weil der Internet-Riese häufig Kritik aus der Medienbranche im Zusammenhang mit seinem Nachrichten-Aggregator Google News ausgesetzt ist. Google mache mit den Inhalten anderer Geld, lautet der Vorwurf. Die US-Zeitungen kämpfen - ebenso wie deutsche - mit deutlichen Rückgängen bei den Werbeeinnahmen und suchen nach neuen Geschäftsmodellen für das digitale Zeitalter. Im Moment versucht die Branche, Bezahlmodelle für ihre Inhalte im Internet durchzusetzen.Jochen Wegner, Chefredakteur von „Focus Online“ (www.focus.de), begrüßte die Google-Initiative. „Ich finde das großartig. Ist doch schön, wenn sich die großen Player über Micro-Payment Gedanken machen“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur dpa. „Es geht ja um Bequemlichkeit beim Bezahlen von Klein- und Kleinstbeträgen im Netz. Wenn jemand da ein funktionierende Modell entwickeln könnte, wäre das toll.“ Allerdings glaube er nicht, dass Google ein solches Bezahlmodell allein einführen könne, „aber sie haben sicherlich die technischen Möglichkeiten, eines zu entwickeln“.Sein eigenes Unternehmen lege den Fokus derzeit aber nicht auf bezahlte Inhalte. „Bei allem Gejammer sind die Werbeerlöse noch so gut, dass das unser Geschäftsmodell ist und bleibt.“ Darauf setzt auch „Spiegel Online“-Chefredakteur Rüdiger Ditz: Das Geschäftsmodell sehe vor, dass sich die Website über Werbung finanziere, und das funktioniere. „Aber wir gucken uns das mit Interesse an.“ Ein Sprecher des Verlagshauses Axel Springer gab an, sich zu dem Thema nicht äußern zu wollen.Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) sprach von einem Umdenken des Internetriesen Google, sieht aber auch Risiken. Wenn Google ein solches Bezahlsystem entwickele, dann könnte ein „ganz neues Datenmonopol“ entstehen, sagte BDZV-Sprecher Hans-Joachim Fuhrmann in Berlin. Allerdings sei der Vorstoß auch ein „Paradigmenwechsel“. Dem Unternehmen sei wohl klar geworden, dass das Netz nicht ausschließlich aus Gratisinhalten bestehe.Google hat mit „Google Checkout“ bereits ein Online-Bezahlsystem, das seit Juni 2006 in den USA läuft und inzwischen auch in Europa verfügbar ist. Der Dienst konkurriert in den USA vor allem mit dem Service „PayPal“, der von dem Online-Auktionshaus eBay betrieben wird. In Deutschland setzen viele Verlage beim Kassieren von Kleinstbeträgen auf Dienste wie ClickandBuy oder Systeme, die an Telefonrechnungen gekoppelt sind. Für die Zahlung kleinerer Beträge ist „Google Checkout“ derzeit kaum geeignet, da der Suchmaschinenbetreiber für das Einziehen von Beträgen unter 3000 US- Dollar noch eine fixe Gebühr von 30 US-Cent verlangt.Das neue Bezahlsystem, das sowohl Abonnements als auch Kleinstzahlungen zum Beispiel für einzelne Texte ermöglichen soll, könnte nach Google-Angaben im kommenden Jahr fertig sein. Der Internet-Konzern sei zwar weiterhin überzeugt, dass Werbung die wichtigste Erlösquelle für Nachrichten-Inhalte bleiben werde. Bezahlmodelle könnten jedoch eine wichtige Ergänzung dazu sein, hieß es in dem auf der NAA-Website veröffentlichten Text.dpa