Im Klartext: Walter Pichler soll seinen Hut nehmen.„Nein“, sagt Georg Rizzolli, LVH-Bezirksobmann des Unterlandes, „wir haben nicht vor, uns vom Verband abzuspalten“. Denn damit würden 20 Jahre Aufbauarbeit mit einem Schlag zunichte gemacht. Sehr wohl sollten sich seiner Meinung nach aber andere vom Verband trennen: „Präsident Walter Pichler soll endlich einsehen, dass es so nicht mehr weitergehen kann“, polterte Rizzolli am Freitag gegenüber den „Dolomiten“. „Walter Pichler muss zurücktreten.“Sollte dies nicht geschehen, dann müssten eben jene 24 Verbandsmitglieder, die den Misstrauensantrag gegen Pichler unterschrieben haben, gehen, so der Unterlandler Bezirksobmann. „Unser Bezirk mit allen zwölf Ortsobleuten hat jedoch einstimmig beschlossen, dass die bessere Lösung der Rücktritt Pichlers ist.“ Dieser sei seit Antritt seiner Amtszeit nicht in der Lage gewesen, die beiden zerstrittenen Lager zu vereinen, sagte Rizzolli. Die Unterlandler hätten auch schon einen Nachfolger für Pichler parat: „Der derzeitige Vizepräsident Gert Lanz wäre der ideale Präsident“, glaubt Rizzolli. Diesem werde nämlich zugetraut, beide Lager unter einen Hut zu bekommen.Das Schlimmste wäre laut Rizzolli, wenn weder Pichler noch die 24 Misstrauenssteller zurücktreten wollen: „Dann geht der Verband den Bach runter.“ Ähnlich scharf die Worte des Oberpustertaler LVH-Bezirkes in einem Brief an Präsident Walter Pichler und an die Generalräte: „Präsident Walter Pichler und mit ihm all jene Führungskräfte, die ihn unterstützen, sind für alles verantwortlich, was im Verband vor sich geht“, sagt darin Bezirksobmann Gregor Seyr. Und diesen Verantwortungsträgern könne und dürfe es nicht egal sein, wie der LVH den Bach hinunter gehe, heißt es im Brief. „Es muss Schluss sein mit Aussagen wie ,300 fordern, um 100 zu bekommen.“ Solche Äußerungen würden das ganze Handwerk und jedes einzelne Verbandsmitglied lächerlich machen. Es sei höchst an der Zeit, die Notbremse zu ziehen. Diese Notbremse bestehe nach Ansicht der Oberpustertaler in einer „raschen Ablösung der derzeitigen Führungsspitze“. Im Klartext: Auch der LVH-Bezirk Oberpustertal fordert wie die Unterlandler Kollegen den Rücktritt von Walter Pichler. Pichler selbst wollte gestern zu diesen Forderungen gegenüber den „Dolomiten“ nichts sagen. „Es soll wieder Ruhe in den Verband einkehren“, begründete er diese Haltung, um dann trotzdem noch etwas zu sagen: „Ein Rücktritt ist für mich kein Thema.“sor