Vor zehn Jahren setzte Südtirols Biobranche mit dem Biokonzept 2025 das Ziel, die biologische Anbaufläche bis 2025 in allen drei großen Sektoren – Obst-, Wein- und Ackerwirtschaft – zu verdoppeln.<BR /><BR />„Dieses Ziel ist leider nicht ganz erreicht worden“, resümiert Bauernbund-Obmann Daniel Gasser. Doch nun folgt mit der Biostrategie 2035 die Fortsetzung, um auch in den kommenden Jahren die biologische Landwirtschaft weiter zu fördern und zu stärken.<h3> Mehr Bio auf dem Teller</h3>Der Konsum von Südtiroler Bio-Lebensmitteln soll deutlich wachsen. In der Gastronomie soll der Anteil dieser Produkte in den nächsten zehn Jahren auf drei Prozent verdoppelt werden – so lautet das erste erklärte Ziel.<BR /><BR />„Hier braucht es mehr Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Gastronomie und ganz besonders zwischen Produzenten, Vermarktern und den großen Gastronomie-Zulieferern“, erklärte Gerhard Eberhöfer, Produktmanager Bio bei der VI.P. Auch bei öffentlichen Ausschreibungen sollen künftig verstärkt Südtiroler Bio-Lebensmittel berücksichtigt werden, um die regionalen Bio-Lebensmittelkreisläufe entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu stärken.<BR /><BR />Für Klaus Hölzl, Verkaufsleiter der VOG, ist es entscheidend, noch stärker in Supermärkten Fuß zu fassen, damit Bio-Lebensmittel mehr Sichtbarkeit bekommen.<h3> Produktion: Qualität vor Menge</h3>Die Produktion ist ein weiterer Schwerpunkt bis 2035. Das Ziel ist, die Produktionsmenge pro Hektar um 15 Prozent und den Gewinnbeitrag um zehn Prozent plus Inflation zu steigern.<BR /><BR />„Wir wollen die Qualität vor der Menge steigern“, unterstrich Bioland-Geschäftsführer Reinhard Verdorfer. Dazu soll das Aus- und Weiterbildungsangebot Schritt für Schritt ausgebaut und auch künftig eine hochwertige Beratung angeboten werden. Daran beteiligen sich unter anderem der Beratungsring für Berglandwirtschaft sowie der Beratungsring für Obst- und Weinbau.<BR /><BR />Mehr Unterstützung wird es zudem beim Umstieg von konventioneller auf biologische Landwirtschaft geben, um die Zahl der Betriebe von derzeit etwas mehr als 1.600 auf über 1.700 zu erhöhen. Die Bio-Fläche soll in den nächsten zehn Jahren von aktuell 8.700 Hektar auf über 9.000 Hektar wachsen, so Verdorfer.<h3> Zusammenarbeit stärken</h3>Der dritte Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit. Die bestehende Kooperation der für die Bio-Landwirtschaft relevanten Partner soll weiter gefestigt werden. Darüber hinaus werden das Netzwerk und der Austausch auf nationaler und EU-Ebene ausgebaut.<BR /><BR />„Eine Vision ist ein Bio-Haus für die Bio-Verbände als lose Struktur und Anlaufstelle für Bio-Bauern. Zudem sind standardisierte Kommunikationskanäle geplant“, verriet Katharina Alverà von der Arbeitsgemeinschaft für die biologisch-dynamische Wirtschaftsweise.<BR /><BR />An der Erarbeitung der Biostrategie 2035 waren insgesamt 17 Organisationen beteiligt.