Fest steht: Belastet Trump Waren aus dem Ausland mit Extrazöllen, verteuern sie sich für US-Bürger. Diese sogenannte importierte Inflation scheint der neue US-Präsident jedoch in Kauf nehmen zu wollen. Auch wenn die angekündigten Zölle gegen Importe aus Mexiko und Kanada vorerst für 30 Tage ausgesetzt wurden, bleibt die Gefahr bestehen.<h3> Nicht nur US-Bürger belastet</h3>Und damit nicht genug: Für Federcarrozzieri ist klar, dass selbst Zölle für Kanada und Mexiko eine Preiswelle auslösen könnten, die auch Verbraucher in Europa treffen würde. Der Interessensverband versucht, die möglichen Effekte anhand der Autoindustrie zu verdeutlichen. Viele führende Automobilhersteller, darunter Volkswagen, Audi, BMW, Stellantis, Honda, Hyundai, Kia, Mazda, Toyota und Nissan, produzieren in diesen beiden Ländern. „Allein in Mexiko werden jährlich 3,5 Millionen Autos hergestellt. Besonders stark betroffen wäre Volkswagen, deren in den USA verkaufte Fahrzeuge zu 44 Prozent aus mexikanischen Werken stammen. Auch Stellantis bezieht 40 Prozent seiner US-Importe aus Mexiko und Kanada, während Nissan 31 Prozent, Mazda 23 Prozent und Honda 13 Prozent ihrer US-Importe aus Mexiko beziehen.“<BR /><BR />Analysten prognostizieren, dass Volkswagen aufgrund der neuen Zölle einen Umsatzverlust von rund 8 Milliarden Euro erleiden könnte, während Stellantis sogar mit 16 Milliarden Euro Einbußen rechnen muss. Die Gewinne der Automobilhersteller könnten insgesamt um 5 bis 15 Prozent sinken. Doch nicht nur die Fahrzeughersteller, sondern auch die gesamte Zuliefererbranche wäre betroffen. Laut Federcarrozzieri würden die Zölle auch wichtige Autokomponenten verteuern, darunter Airbags und Sicherheitsgurte von Autoliv, Reifen von Michelin und Pirelli, Sitze von Yanfeng, Bremsen von Brembo sowie Bauteile für Elektromotoren von Eurogroup Laminations.<h3> Preisanstiege von 10 Prozent am Weltmarkt</h3>Unterm Strich würden sich die Marktpreise überall verteuern – nicht nur in den USA, so die Einschätzung des Branchenverbandes, der im Schnitt von Preissteigerungen von 10 Prozent weltweit ausgeht, sollten die Zölle greifen. „In Italien würden sich die Kosten für einige der meistverkauften Autos in kürzester Zeit erheblich erhöhen.“ Laut Berechnungen von Federcarrozzieri könnte ein neuer Lancia Ypsilon um bis zu 2400 Euro teurer werden, ein Peugeot 208 um bis zu 2450 Euro, ein Fiat Panda um rund 1500 Euro und ein Volkswagen T-Roc gar um bis zu 3000 Euro. Dieses Beispiel verdeutlicht die Folgen einer rigiden Zollpolitik in Zeiten einer stark globalisierten und vernetzten Wirtschaft. Mit jeder Ausweitung der Zölle, wären die Auswirkungen stärker spürbar. <BR /><BR />Federcarrozzieri ist der italienische Verband der Autokarosseriebetriebe. Er vertritt die Interessen unabhängiger Werkstätten und Karosseriebauer in Italien und setzt sich für faire Marktbedingungen sowie den Schutz der Branche ein. Der Verband analysiert regelmäßig wirtschaftliche und regulatorische Entwicklungen, die sich auf den Automobilsektor auswirken, und gibt Prognosen zu deren möglichen Folgen.