Italiens Weine schlagen erneut Frankreich, sowohl in Bezug auf den Verkaufserfolg als auch auf die Wertsteigerung. Italien schließt das Jahr 2023 mit einem Gesamtwachstum von plus 3,5 Prozent ab, während der französische Sektor einen Rückgang von minus 3,9 Prozent verzeichnet. Das ergibt eine Marktanalyse der Internetplattform „eWibe“, dem „Tor zur Welt des guten Weins“, welche die wichtigsten Trends auf dem Markt für Investitionsweine analysiert.<BR /><BR />Italien und Frankreich beherrschen den überwiegenden Anteil am weltweiten Investitionsweinsektor, der im Verlauf der letzten 5 Jahre seinen Wert um mehr als 60 Prozent gesteigert hat. In Italien stehen Toskana (plus 3,4 Prozent) und Piemont (plus 2,2 Prozent) erneut auf dem Siegertreppchen, während sich der Rückgang im Burgund (minus 5,4 Prozent), im Bordeaux (minus 3,0 Prozent) und in der Champagne (minus 2,1 Prozent) über die 12 Monate hinweg konsolidiert hat. Bordeaux und Burgund sind auch mengenmäßig rückläufig und verzeichnen laut „eWibe“ eine Wertkorrektur nach Jahren des starken Wachstums, das vor allem von den asiatischen Märkten getragen wurde. Die Champagne konnte nach zwei Jahren mit begrenzter Produktion, die den Preis besonders gestützt hatte, im Jahr 2023 wieder ein größeres Angebot verzeichnen.<h3> Gewürztraminer Epokale an der Spitze</h3>In Italien verzeichnen vor allem Toskana und Piemont das zweite Jahr in Folge eine positive Entwicklung mit nachhaltigen Wachstumsraten. Der italienische Spitzenwein, der seinen Wert am meisten steigern konnte, ist aber ein Südtiroler; der Gewürztraminer „Epokale 2015“ der Kellerei Tramin mit einem Wertzuwachs von hervorragenden 71,4 Prozent, für „eWibe“ der „Sammler-Weißwein“ schlechthin. Auf dem freien Markt wird eine Flasche Epokale 2015 um einen Marktwert von 460-500 Euro gehandelt. An zweiter Stelle reiht sich der Giulio Ferrari Riserva del Fondatore 2009 von Ferrari (plus 63,4 Prozent), ein Symbol des TrentoDoc.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1002515_image" /></div> <BR />2009 hat die Kellerei Tramin erstmals ihren Top-Wein „Epokale“ mit den Gewürztraminertrauben aus den besten Lagen auf den Markt gebracht. Die Flaschen ließ Kellermeister Willi Stürz 7 Jahre in einem 4000 Meter tiefen Poschhausstollen im Bergwerk im Ridnauntal reifen. Auf Anhieb bekam der erste Jahrgang 2009 die höchste Punktzahl von Robert Parkers „Wine Advocate“ und heimste damit die bislang einzigen 100 Parker-Punkte für einen italienischen Weißwein ein. Ein historischer Meilenstein nicht nur für Südtirol, sondern für ganz Italien.<h3> Die umsatzstärksten Weine</h3>Unter den umsatzstärksten Flaschen aus Italien befinden sich einige der Schwergewichte der italienischen Önologie: der Sassicaia 2020 der Tenuta San Guido Bolgheri, der Tignanello 2020 von Antinori, der Barolo Francia 2018 von Giacomo Conterno und der Barolo 2018 von Bartolo Mascarello. Frankreich ist mit den Champagner-Giganten Dom Pérignon Vintage 2013, dem Louis Roederer Cristal 2004, dem Krug Vintage Brut 2008 und dem Champagner N.P.U. 2003 von Bruno Paillard vertreten. Der Wein mit dem höchsten Transaktionswert ist der Romanée-Conti Grand Cru 2016 der Domaine de la Romanée-Conti, der einen Verkaufspreis von 23.000 Euro pro Flasche erzielt hat.<BR /><BR />„Der Markt für edle Weine hat 2023 nach einem Jahrzehnt wieder mehr Gleichgewicht gefunden“, so Leonardo Bernasconi, Leiter von „eWibe“.<h3> Italien hat gute Karten</h3>„Mit Blick auf das Jahr 2024 gehen wir davon aus, dass diese Konstellation zumindest in der ersten Jahreshälfte anhalten wird, in der Bordeaux die besten Kaufgelegenheiten bieten könnte. Andererseits glauben wir, dass der Wachstumstrend der italienischen Weine, die sich durch ein hervorragendes Preis-Qualitäts-Verhältnis auszeichnen, anhalten könnte und dass sie mittel- bis langfristig von konkreten Aufwertungsmöglichkeiten profitieren werden.“<BR />