Bitcoin ist eine digitale Währung, die ein dezentrales, virtuelles Hauptbuch, bekannt als „Blockchain“, nutzt, um Transaktionen in seinem Netzwerk zu verzeichnen. Die Teilnahme an diesem Netzwerk erfordert keine Genehmigung von Regierungen oder Banken, sodass jeder Bitcoin senden, empfangen und halten kann. Um Kryptowährungen zu speichern und zu versenden, benötigen Nutzer lediglich eine digitale Geldbörse, auch bekannt als „Wallet“, und kein traditionelles Bankkonto.<BR /><BR /><BR /><b>Inwiefern ist Bitcoin deflationär?</b><BR />Bitcoin wurde im Jahr 2008 von einer Einzelperson oder einer Gruppe von Personen unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto entwickelt. Das Konzept wurde in einem weit verbreiteten White Paper vorgestellt und ein Jahr später der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die grundlegende Idee hinter Bitcoin besteht darin, eine Alternative zu staatlich ausgegebenen Fiat-Währungen wie dem Dollar, dem Pfund oder dem Euro zu bieten, die von Natur aus einer Inflation unterliegen. Dies erklärt auch den festen Vorrat von 21 Millionen Bitcoins, der gemäß Schätzungen im Jahr 2140 erreicht sein wird. Im Gegensatz zu herkömmlichen Währungen ist eine beliebige Ausweitung der Geldmenge bei Bitcoin nicht möglich. Der Bestand ist fest definiert und kann nicht verändert werden.<BR /><BR /><BR /><b>Was wird denn nun am Samstag genau halbiert?</b><BR />Nakamoto hatte festgelegt, dass die Gesamtmenge aller Bitcoins – wie erwähnt – auf 21 Millionen Stück begrenzt wird. Die Bitcoins sollten nach seinem Konzept nicht auf einen Schlag ausgeschüttet werden. Deshalb werden die Bitcoin-Bestände nach und nach durch das Lösen von komplexen Rechenaufgaben verfügbar gemacht. Für jeden neuen Block in der Blockchain darf sich der Miner – ein Unternehmen oder eine Privatperson -, der diesen errechnet hat, eine Belohnung auszahlen. Die sogenannte Blocksubvention („Block Subsidy“) soll die Miner dazu bringen, das Netzwerk zu sichern. Gleichzeitig werden damit neue Bitcoins herausgegeben. Zu Beginn des Bitcoin-Zeitalters 2009 betrug die Belohnung noch 50 Bitcoins pro neuem Block. Nach den Regeln von Nakamoto halbierte sich die Belohnung dann alle 210.000 Blöcke, ungefähr alle 4 Jahre. Aus 50 Bitcoins wurden mit dem ersten Halving 2012 dann 25 Digitalmünzen, 4 Jahre später betrug die Belohnung nur noch 12,5 Bitcoins. Seit Mai 2020 werden 6,25 Bitcoin pro Block ausgeschüttet. Nun steht das nächste Halving an.<BR /><BR /><BR /><b>Geht es auch etwas bildlicher?</b><BR />Es ist wie bei Goldschürfern: Es ist beschwerlich, in die Goldmine herabzusteigen. Für diesen Aufwand werden sie entschädigt. Anstatt Gold bekommen die virtuellen „Schürfer“ aber Bitcoin. Und sie arbeiten auch nicht in einer Mine, sondern betreiben Computernetzwerke und lösen komplizierte mathematische Rätsel. Zum Lösen der Aufgaben wird leistungsfähige Hardware und viel Energie benötigt. Apropos Gold: Bitcoin wird aufgrund seiner Eigenschaft als knappes Gut auch „digitales Gold“ bezeichnet, selbst wenn die Digitalwährung den Beweis erst noch erbringen muss, dass es tatsächlich zur Wertaufbewahrung über einen längeren Zeitraum hinweg dienen kann. <BR /><BR /><BR /><b>Wenn das Angebot an neuen Bitcoins künstlich verknappt wird, steigt dann der Preis?</b><BR />„Durch die Kürzung der Belohnung für Miner auf 3,125 Bitcoin wird die Menge der Token, die in das System eingeführt werden, erneut halbiert“, erläutert Eric Demuth, Mitgründer und CEO der österreichischen Krypto-Handelsplattform Bitpanda. „Nach dem Prinzip von Angebot und Nachfrage könnte dies zu einem Anstieg des Bitcoin-Preises führen, wenn die Nachfrage weiterhin die nun kleiner werdende Angebotsausweitung übersteigt.“ <BR /><BR />Kryptounternehmer Peter Grosskopf vom Berliner Fintech Unstoppable Finance verweist ebenfalls darauf, dass es in der Vergangenheit immer einen Anstieg vor und nach dem Halving gegeben habe. „Den Anstieg vor dem Halving konnten wir in den jüngsten Monaten bereits beobachten. Märkte sind Psychologie. Daher kann es sein, dass sich die Geschichte hier noch mal wiederholt. Aber ich bin kein Wahrsager und halte mich normalerweise mit Prognosen und Spekulation zurück.“ Der Preisanstieg war in Vergangenheit nie unmittelbar nach dem Halving zu beobachten gewesen, sondern erst 6 bis 9 Monate später. Bei Bitcoin liegen die Erfahrungen aus nur 3 Halving-Ereignissen vor, damit lässt sich höchstens eine Tendenz erklären. <BR /><BR /><BR /><b>Was heißt das für mich als Anleger?</b><BR />Wäre Bitcoin ein Stück Brot, also ein Grundnahrungsmittel, würde eine Halbierung des Angebots automatisch zu einer Preissteigerung führen. Im Falle des Bitcoin ist das alles andere als sicher. Nur weil etwas in Vergangenheit so eintrat, muss dies nicht auch diesmal so sein. Zudem: Bitcoin hat heuer bereits ein neues Allzeit-Hoch erklommen, vor allem wegen der im Jänner zugelassenen Spot-ETFs in den USA. Dadurch waren Milliarden in den Markt geflossen. Hat sich der 4-jährige Bitcoin-Zyklus dadurch vorverschoben? Das kann niemand sagen. Bitcoin ist und bleibt eine spekulative, äußerst schwankungsanfällige Anlage. Wer das Risiko scheut, sollte auch weiterhin einen Bogen um die Kryptowährung machen. <BR />