In der ersten Jahreshälfte hatte der Konzern neue Spitzenwerte bei Absatz, Umsatz und Gewinn eingefahren und die Konkurrenten Audi und Mercedes abgehängt. Auch im August hätten Auftragseingang und Absatz über den Erwartungen gelegen. Für Modelle wie den Geländewagen X3 gebe es noch immer „viel zu lange Wartezeiten“ von drei bis vier Monaten. Die Fabriken arbeiteten weiter „voll am Anschlag“. Eichiner sagte, selbst wenn eine Krise käme, sei BMW „deutlich besser vorbereitet“ und würde ohne Verlust durchkommen, weil Produktion und Fixkosten rasch gesenkt werden könnten.2008, nach dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise, musste BMW fast zwei Milliarden Euro abschreiben, weil bei Leasingautos, die nach Vertragende zurückgegeben wurden und als Gebrauchtwagen verkauft werden sollten, die Preise verfielen, und weil klamme Kunden ihre Kredite nicht mehr zurückzahlen konnten. Zudem brachen die Absatzmärkte rund um den Globus ein, manche um mehr als 20 Prozent. In der Folge schrieb das Unternehmen monatelang rote Zahlen. Heute sei das Verhältnis zwischen Leasingautos und kreditfinanzierten Fahrzeugen deutlich besser, erläuterte Finanzvorstand Eichiner. In den USA, dem größten Einzelmarkt der Münchner, habe es in den vergangenen Jahren 150.000 Leasingrückläufer gegeben, in diesem Jahr seien es weniger als 100.000. Damit sei das Risiko deutlich reduziert.Außerdem sei die Produktion viel flexibler. „Wir könnten uns relativ schnell kostenwirksam anpassen.“ Ob dies über den Abbau von Leiharbeitsjobs geschähe, wollte Eichiner nicht sagen. Kurzarbeit sei aber für den Fall, dass eine weitere Krise käme, kein Thema. Der Finanzchef und Personalchef Harald Krüger ließen offen, wie viele Leiharbeiter BMW derzeit beschäftigt. 2011 will BMW laut Krüger 3500 neue feste Mitarbeiter einstellen, 1500 davon sind schon an Bord. Eichiner sagte, im Ernstfall könnten die Fixkosten rasch reduziert werden, etwa bei variablen Gehaltsteilen oder Bonuszahlungen. „Diese Pläne liegen vor.“Der Finanzvorstand sagte, wenn das Gleiche wie 2008 noch einmal passiere, würde BMW „mit Sicherheit keinen Verlust machen“, weder im Autogeschäft noch auf Konzernebene. Wo die Gewinnschwelle liegt, wollte er nicht verraten. 2008 hatte der Konzern bei einem Absatz von 1,4 Mio. Fahrzeugen schwarze Zahlen in der Autosparte geschrieben, 2009 dann rote bei knapp 1,3 Mio. verkauften Pkw.Eichiner betonte, BMW spüre trotz Frühwarnsystemen keine Anzeichen einer Krise. In den Absatzzahlen sehe man keine Reaktion auf die massiven Börseneinbrüche in den vergangenen Wochen. Für August wies der Konzern mit knapp 111.000 weltweit verkauften Autos einen weiteren Rekord aus und kündigte für September ein Wachstum im zweistelligen Prozentbereich an. „Wir sehen keine Vorboten einer Rezession. Was wir erwarten ist, dass sich das Geschäft in bestimmten Märkten abschwächen wird.“BMW strebe deshalb eine ausgewogene Verteilung über alle Weltregionen an, „um robuster zu sein als das vielleicht bei anderen Unternehmen der Fall ist“. Konkurrent Audi setzt stark auf den Boommarkt China, wo sich allerdings das Wachstum verlangsamt. Eichiner sagte weiter, noch in diesem Jahr werde BMW über einen Standort im aufstrebenden Automarkt Brasilien entscheiden. Momentan laufe die Auswahl. Für die Entscheidung über ein Werk in einem weiteren Schwellenland sei es noch zu früh, der Konzern sehe sich aber die großen Wirtschaftsräume an. apa/reuters