Auch überraschend gute Daten vom US-Arbeitsmarkt reichten am Freitag nur für ein kurzes Strohfeuer. Der deutsche Leitindex schloss 2,78 Prozent schwächer bei 6236,16 Punkten und damit immerhin über seinem Auftakttief bei 6152,62 Punkten, wo er den niedrigsten Stand seit Anfang Oktober 2010 markiert hatte. Auf Wochensicht brach das Börsenbarometer indes um knapp 13 Prozent ein."Handelswoche des Grauens"Eine „Handelswoche des Grauens“ sah Analyst Gregor Kuhn von IG Markets. „Wohl selten haben Anleger das Wochenende so herbei gesehnt wie am heutigen Freitag“, sagte er gestern. Nachdem die US-Wirtschaft scheinbar zum Stillstand gekommen sei, könnte ein Abgleiten in die Rezession unmittelbar bevorstehen.Der Schuldenkompromiss verschaffe der weltgrößte Volkswirtschaft zwar Zeit, trage aber nichts zur Problemlösung bei, da die Sparmaßnahmen „kaum als Konjunkturspritze dienen dürften“.Dazu kämen die Europäer nicht aus ihrer Schuldenkrise heraus. Händler Andreas Lipkow von der Wertpapierhandelsbank MWB Fairtrade kritisierte, dass die Politik „durch ihre teilweise unüberlegten Aussagen eine maßgebliche Mitschuld an den Kursverlusten hat, ob es nun das Thema Italien, USA oder die Aufstockung des europäischen Rettungsfonds geht“.Nicht nur der Dax, auch die anderen europäischen Leitbörsen haben sich gestern nach einem turbulenten Handelstag mit starken Verlusten ins Wochenende verabschiedet.Nach einem durch Panikverkäufe geprägten Frühhandel konnten sich die Leitbörsen im Zuge der US-Arbeitsmarktdaten wieder etwas erholen und drehten teilweise sogar kurz in die Gewinnzone, rutschten aber im Sog schwacher US-Indizes rasch wieder in den roten Bereich ab.Die US-Börsen konnten nach den guten US-Arbeitsmarktdaten zwar mit höheren Notierungen eröffnen, die Sorgen um eine mögliche Abstufung des Landes durch die Ratingagentur Standard & Poor's ließen die Stimmung aber schnell wieder ins Negative umschlagen, hieß es aus Händlerkreisen.Der Euro-Stoxx-50 ging schließlich um 1,54 Prozent schwächer bei 2375,15 Zählern aus dem Handel und setzt damit den zehnten Tag in Folge seine Talfahrt fort.Noch am besten hat am Freitagdie italienische Börse abgeschlossen: Nachdem es am Donnerstag einen Einbruch von minus fünf Prozent gab, schloss die der italienische Leitindex gestern mit einem Minus von 0,70 Prozent.Bankenwerte erholen sichEtwas erholen konnten sich indessen auch Bankenwerte, im europäischen Branchenvergleich tendierte der entsprechende Sektor-Index mit mehr als einem Prozent im grünen Bereich. Insbesondere zogen Intesa Sanpaolo um satte 5,61 Prozent auf 1,299 Euro an und waren damit unter den größten Gewinnern im Euro-Stoxx-50 zu finden.Auch ING (plus 1,63 Prozent auf 6,56 Euro), UniCredit (plus 2,21 Prozent auf 1,063 Euro) und Banco Santander (plus 1,18 Prozent auf 6,444 Euro) gingen mit deutlichen Zuschlägen aus dem Handel. Nach sehr schwachen Unternehmensergebnissen verloren hingegen Royal Bank of Scotland 6,94 Prozent auf 28,18 Pence.