Montag, 09. Mai 2016

Bologna soll Zentrum italienischer Esskultur werden

Bei der Weltausstellung in Mailand drehte sich im vergangenen Jahr alles rund um das Thema Ernährung. Das Projekt in Bologna soll nun für den dauerhaften Nachgeschmack sorgen – und italienische Esskultur von der Kuh bis zum Käse vermitteln.

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In einer Markthalle in Bologna dreht sich derzeit alles ums Essen, oder besser gesagt um die „Cucina Italiana“ in all ihren Facetten. Denn in der Region soll schon im kommenden Jahr eine Art Gourmet-Vergnügungspark für ein Publikum jeder Altersklasse entstehen. Die „FICO Eataly World“ soll ein Zentrum für Gourmets, Hobbyköche und Freunde italienischer Speisen von Parmesankäse bis Parmaschinken werden.

FICO steht für „Fabbrica Italiana Contadina“, was etwa soviel wie Italienische Farm bedeutet. In einem Büro mit Blick auf die Markthalle diskutiert eine Gruppe Italiener lebhaft über das Konzept mit Restaurants, Gärten und Messeständen. 

Spätestens Anfang 2017 soll eröffnet werden

Die große Markthalle des Agrar- und Ernährungszentrums liegt außerhalb von Bologna. Noch ist sie von grauem Beton umgeben, drinnen werden Paletten hin und hertransportiert, stehen leere Obstkisten zwischen Gabelstaplern. Doch schon bald sollen hier Kühe grasen, Schweine sich im Dreck suhlen und Felder gedeihen, während Touristen sich den feinsten Prosciutto und Mozzarella auf der Zunge zergehen lassen und dazu ein Glas Barolo oder Grechetto schlürfen. „Spätestens Ende 2016 oder Anfang 2017 wollen wir eröffnen“, sagt Pressesprecherin Paola Minoliti.

Schon etwas länger hatte Andrea Segré, Präsident des Zentrums, mit dem Gedanken gespielt, den Ort in einen Vergnügungspark mit Bildungsaspekt umzugestalten. Dann überzeugte er den berühmten Gastronomie-Unternehmer Oscar Farinetti. Er entwickelte dann den finalen Plan und ist heute Ehrenpräsident des Parks.

Lehrreich für Schüler, Touristen und Geschäftsleute

Seine Vision: Auf 80.000 Quadratmetern soll die ganze Biodiversität Italiens präsentiert werden. „Wie eine moderne Schule, Spaß für die Familie, Bildung und Informationen“, so stellt auch Architekt Thomas Bartoli es sich vor. Unter der Woche sollen Schulklassen die italienische Lebensmittelindustrie ergründen, am Wochenende können dann Touristen aus aller Welt dann die Lebensmittelherstellung von der Kuh bis zum Käse erleben und verfolgen. Anschließend können sie in Restaurants essen und ihre Lieblingsprodukte einkaufen. Außerdem ist die „Eataly World“ auch als Ort für Businessmeetings gedacht, um Wein und Lebensmittel nach der Verkostung in die Welt zu exportieren.

Die Ziele sind hochgesteckt. So wollen die Macher rund sechs Millionen Besucher im Jahr anlocken. Bologna, auch bekannt als die „Fette“ wegen ihrer kulinarischen Vielfalt, steht nach wie vor im Schatten von Florenz und Mailand und hofft auf die Touristenattraktion. „Dieses Projekt wird das Gesicht Bolognas deutlich verändern“, sagt Bürgermeister Virginio Merola über FICO.

dpa

stol