Am Montag beschloss der Bozner Stadtrat die Unterzeichnung eines Einvernehmensprotokolls zwischen Stadtgemeinde und Land. Das Dokument sieht eine Zulieferung zwischen 15.000 und 20.000 Tonnen Hausmüll aus der Provinz Trient vor. Die Landesregierung stimmte in ihrer Sitzung am Dienstag ebenfalls zu.101 Euro pro gelieferter TonneMit dem Einvernehmensprotokoll erlauben die Gemeinde Bozen und das Land, künftig Hausmüll oder hausmüllähnliche Abfälle aus dem Trentino zu importieren. Der Import soll 2017 starten, das Einvernehmensprotokoll hat eine Gültigkeit von fünf Jahren – bei “unvorhersehbaren Ereignissen” kann der Vertrag früher aufgelöst werden. Laut der Gemeinde darf der Müll nur aus der Provinz Trient stammen.Wie die Gemeinde in einer Aussendung mitteilt, erhalte die Betreibergesellschaft des Bozner Müllverbrennungsofens Ecocenter für jede zugelieferte Tonne 101 Euro. 6 Prozent davon bekommt wiederum die Gemeinde Bozen, die mit Gesamteinnahmen von rund 500.000 Euro rechnet. Das Geld wolle man für Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz, zur Nutzung erneuerbaren Energien, zur Verbesserung der Mobilität und der Potenzierung der Umweltpolitik der Stadt einsetzen.Bozens Sorgen um die LuftDie Ängste viele Bozner Bürger um die Luftqualität kann Bozens Vize-Bürgermeister Christoph Baur nicht gänzlich zerstreuen. Aber: „Ich habe mir die Anlage mittlerweile zweimal angesehen und muss sagen, dass absolut professionell gearbeitet wird, insbesondere was die Kontrollen der Emissionen betrifft. Das betrifft natürlich auch alle anderen Bereiche der Anlage“, sagte Baur den „Dolomiten“ (Dienstag-Ausgabe). Experten seien sogar der Meinung, dass die Luft, die am Ende des Schornsteins herauskomme, unbedenklicher sei als jene, die sonst im Bozner Talkessel zirkuliert.stol