Freitag, 03. Mai 2019

Bozen, Trient, Innsbruck: Wo was am günstigsten ist

Das Landesamt für Statistik Astat hat für das Jahr 2018 in Sachen Lebensmittel, Gastronomie und Benzin einen Vergleich zwischen den 3 Euregio-Hauptstädten Bozen, Trient und Innsbruck gezogen.

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Foto: © shutterstock

Die Beobachtungsstelle für Preise und Tarife der Autonomen Provinz Bozen hat die im Jahr 2018 ermittelten Preise veröffentlicht. Diese betreffen eine Auswahl an Produkten aus den wichtigsten Ausgabengruppen der privaten Haushalte wie Lebensmittel, Gastronomie und Transportwesen. 

Einzelne Markenprodukte: Trient am günstigsten

Ein Vergleich einzelner Markenprodukte im Bereich Lebensmittel zeigt von Trient über Bozen nach Innsbruck einen stetigen Anstieg der Durchschnittspreise für einige typisch mediterrane Produkte, wie etwa Grana Padano, Mozzarella und Olivenöl. Am höchsten sind die Preise in Innsbruck außerdem für Fleisch und Wurstwaren sowie für die meisten Obst- und Gemüsesorten. In sämtlichen Preiskategorien sind teilweise deutliche Unterschiede festzustellen.

Insgesamt betrachtet ergibt sich der günstigste Warenkorb mit 128,74 Euro in Trient; teurer ist jener für Bozen mit 135,78 Euro und nochmals teurer jener für Innsbruck mit 144,33 Euro. Es ist jedoch anzumerken, dass in Innsbruck diverse Produktmarken nicht vorgefunden wurden.

Teils große Preisspanne bei Produkten: 1 kg Zwiebel zwischen 0,63 Euro und 2,90 Euro

Für eine Vielzahl an Produkten wurden vom Astat sowohl Höchst- als auch Mindestpreise erhoben. Die Südtiroler Landeshauptstadt weist im Vergleich zu Innsbruck und Trient eine allgemein größere Preisspanne auf.

Bei Fleischwaren sowie bei Obst und Gemüse wurden teilweise hohe Preisschwankungen verzeichnet. Allerdings wurde für die Studie nicht nach Qualität unterschieden, außerdem wurde sie nicht nur in Lebensmittel-, sondern auch in Fachgeschäften (Obst- und Gemüseständen bzw. Metzgereien) durchgeführt. 

Die größte Preisspanne in Bozen findet man bei den Zwiebeln. 1 Kilogramm Zwiebeln kostet hier zwischen 0,63 Euro und 2,90 Euro. Auch in Trient und Innsbruck ist die Preisspanne für dieses Produkt ziemlich hoch: Zwiebeln kosten zwischen 0,72 Euro und 1,91 Euro in Innsbruck und zwischen 0,88 Euro und 3,42 Euro in Trient.

Die kleinste Preisspanne weist Bozen für frische Vollmilch auf (1,35 Euro bis 1,39 Euro pro Liter). In Trient bezahlt man dafür zwischen 1,35 Euro und 1,49 Euro.

Weniger Tourismus = Günstigere Preise

In der Analyse nach Gemeindetyp wurde zwischen 4 Kategorien unterschieden: Hauptzentren, vorwiegend touristischen Zentren, nicht vorwiegend touristischen Zentren und Nebenzentren.

Dabei wiesen die nicht vorwiegend touristischen Zentren den billigsten Warenkorb (132,26 Euro) auf. Es folgten die Nebenzentren (135,89 Euro), die Hauptzentren (135,71 Euro) und schließlich die touristischen Zentren (138,76 Euro), in denen ein höheres Preisniveau herrscht.

„In den nicht vorwiegend touristischen Zentren sind mehr als die Hälfte der erhobenen Produkte am billigsten. Insbesondere die Preise der erhobenen Obst- und Gemüsesorten, sowie jene für Reis, Kekse, Waffeln und Nudeln sind hier am tiefsten“, wissen die Experten des Astat.

Preise im September am tiefsten, im März am höchsten

Im Jahresverlauf 2018 waren die durchschnittlichen Preise für den Warenkorb in allen Gemeindetypen bis auf die Hauptzentren im März am höchsten.

Sowohl in den vorwiegend touristischen als auch in den nicht vorwiegend touristischen Zentren sind die Preise im September am tiefsten, in den Nebenzentren im Dezember. In den Hauptzentren ist der Warenkorb im Juni am billigsten und im Dezember am teuersten.

Bruneck hat teuersten Warenkorb

Die Preise lassen sich auch nach statistischem Bezirk darstellen. Das Landesgebiet wird vom Astat in die 4 statistischen Bezirke Bozen, Brixen-Sterzing, Bruneck und Meran-Schlanders unterteilt, wobei in jedem Bezirk jeder Gemeindetyp genau einmal vertreten ist.

Der statistische Bezirk Brixen-Sterzing hat den günstigsten Warenkorb (132,19 Euro), es folgen Meran-Schlanders (134,87 Euro), Bozen (136,10 Euro) und zuletzt Bruneck mit dem teuersten Warenkorb (136,92 Euro). 

Gastronomie in Trient teurer

Während der jeweilige Durchschnittspreis für den Kauf von Lebensmitteln in Bozen deutlich höher liegt als in Trient (128,94 Euro gegenüber 122,72 Euro), ergibt sich im Bereich Gastronomie hierzulande ein niedrigerer Betrag (29,42 Euro gegenüber 34,40 Euro in Trient). Innsbruck kommt in der Gastronomie (29,45 Euro) auf den nahezu gleichen Wert wie Bozen, während im Bereich Lebensmittel in der Tiroler Hauptstadt ein deutlich höheres Preisniveau herrscht (155,00 Euro).

Nach dem Kriterium des meistverkauften Produktes weisen insbesondere die typisch mediterranen Produkte markante Unterschiede auf: Für 1 Kilogramm Grana Padano bezahlt man in Trient durchschnittlich 13,05 Euro, während in Bozen 14,45 Euro und in Innsbruck 20,11 Euro aufzuwenden sind.

Eine Packung Nudeln zu 500 Gramm kostet in Trient durchschnittlich 0,58 Euro, in Bozen 0,63 Euro und in Innsbruck 1,26 Euro. Für einen Liter Olivenöl gibt man in Trient 5,27 Euro, in Bozen 5,65 Euro und in Innsbruck 6,98 Euro aus. Eine Packung von 250 Gramm geröstetem Kaffee kostet schließlich in Trient durchschnittlich 2,55 Euro, in Bozen 2,64 Euro, in Innsbruck hingegen 3,38 Euro.

Die Unterschiede in den Kaffeepreisen zeigen sich in den Gastronomiebetrieben noch deutlicher: Für die zwei erhobenen Kaffeegetränke, Espresso und Cappuccino, liegen die Durchschnittspreise in Trient bei 1,09 Euro bzw. 1,43 Euro, in Bozen bei 1,15 Euro bzw. 1,76 Euro und in Innsbruck bei 1,97 Euro für den Espresso und 2,50 Euro für den Cappuccino.

Die Milchprodukte sowie die erhobenen Süßigkeiten sind in Bozen teurer als in Trient und Innsbruck. Für Mineralwasser und kohlensäurehaltige Getränke bezahlt man in Bozen mehr als in Trient, aber weniger als in Innsbruck. Im Gegensatz dazu wurde für die Getränke an der Bar (Wein, Bier, alkoholfreie Getränke) in Bozen jeweils der niedrigste Durchschnittspreis ermittelt. Auch das Essen in Restaurants oder Pizzerie ist in Trient deutlich teurer als in Bozen.

Diese Ergebnisse sind, insbesondere hinsichtlich der in Innsbruck erhobenen Preise, mit Vorsicht zu betrachten. Der Landeswarenkorb besteht nämlich aus zum Teil typisch italienischen/mediterranen Produkten. Diese sind aufgrund der geringeren Nachfrage im Ausland meistens teurer, was sich sicherlich im Ergebnis dieser Untersuchungen niederschlägt.

Benzinpreise in Bruneck höher als in Bozen

Es ist bekannt, dass in Italien die Treibstoffpreise wegen der hohen Verbrauchssteuern am höchsten sind. Während die Benzinpreise in Südtirol im Jahr 2018 nur um 4 Cent pro Liter höher sind als jene in Trient (Diesel um 3 Cent), ist Benzin in Innsbruck im Durchschnitt um etwa 32 Cent pro Liter billiger (Diesel um 30 Cent).

Sowohl Benzin als auch Dieseltreibstoff waren in Südtirol in den letzten 5 Jahren fast immer höher als in Trient und Innsbruck. Ein Blick auf die entsprechenden Literpreise in Südtirol zeigt, dass diese sowohl für bleifreies Benzin als auch für Dieseltreibstoff in den letzten 5 Jahren gesunken sind (-13,0 Prozent und -16,2 Prozent). Betrachtet man jedoch die letzten 10 Jahre, ist das Bild ein anderes: Die Benzinpreise sind seit 2009 um 24,9 Prozent gestiegen, die Dieselpreise um 31,8 Prozent. Der größte Anstieg wurde zwischen 2009 und 2012 verzeichnet (+43,7 Prozent Benzin, 57,2 Prozent Diesel) und auch seit 2016 gibt es wieder leichte Anstiege (+5,4 Prozent Benzin, +7,0 Prozent Diesel).

Innerhalb Südtirols liegen die Preise im Jahr 2018 für Benzin zwischen 1,573 Euro in Bozen und 1,710 Euro in Bruneck, für Diesel zwischen 1,493 Euro in Bozen und 1,643 Euro in Bruneck.

stol

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